Universitätssiegel
Förderung
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
 
Laufzeit
2015 bis 2017
 
Projektleitung
 
Projektkoordination
 
Projektpartner
Universität Heidelberg, Stadt Heidelberg, IBA Heidelberg GmbH, Städtebau Institut Stuttgart, ifeu Heidelberg, ZAK Karlsruhe, Innovatio, Architekten Frey Freiburg u.a.
 

Forschungsprojekt

Veranstaltungen im Rahmen des Urban Office

PARKing Day 2017 in Heidelberg

16.09.2017 am Graham-Park/Handschuhsheimer Markt

Dass sich grau-monotone Parkplätze in bunte und lebendige Begegnungsflächen verwandeln lassen, davon konnten sich viele Heidelberger am sogenannten PARKing Day selbst überzeugen. Am Samstag, den 16. September 2017, fand dieser nun zum zweiten Mal in Heidelberg statt. In vielen Stadtteilen präsentierten sich Vereine, Initiativen oder Privatpersonen, die Lust an der Veränderung des städtischen Raums bzw. der Eroberung der sonst von Automobilen in Beschlag genommenen Parkareale haben. Auch das Reallabor Urban Office - Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft präsentierte sich in Heidelberger Stadtteil Handschuhsheim der Öffentlichkeit (Abb. 1; 2). Mit dabei: Das FairteilerMobil! Dieses spezielle Vehikel (Abb. 3; 4) stammt aus dem studentischen Forschungsprojekt Wissen to Go des Urban Office und sorgt seit 2016 im öffentlichen Raum von Heidelberg für mehr Begegnungsmöglichkeiten, stößt das Nachdenken über Nachhaltigkeit an, befördert damit Transformationen in der Stadt sowie Austausch - seien es alte CD's mit Nostalgie-Faktor, überschüssiges Brot oder neue Ideen für die Stadtentwicklung. Auch am vergangenen PARKing Day (Abb. 5) sorgte das Reallabor Urban Office mit seinem FairteilerMobil, mit dem menschlichen Umweltsensor, dem Urban Office Pool nahe des Graham-Park/Handschuhsheimer Markt für viele Gespräche und Anregungen … und am liebsten wollten die Handschuhsheimer das FairteilerMobil gleich behalten. Wer weiß, bei so viel Unterstützung ist eine Fortsetzung durchaus denkbar!

Zur Historie des PARKing Days:
Im Jahre 2005 wurde die Initiative in San Francisco ins Leben gerufen. Ein Kunst- und Design-Kollektiv hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die für Autos ausgewiesenen Parkflächen temporär in öffentliche Räume, beispielsweise experimentelle Mini-Parks umzudeuten und damit die Potenziale einer Verringerung der von Autos in Beschlag genommenen Flächen erlebbar zu machen. Mittlerweile findet der PARKing Day weltweit ein Mal pro Jahr statt und erfreut sich wachsender Teilnehmerzahlen: Unter anderem findet er in Kapstadt, Peking sowie Barcelona statt - und seit zwei Jahren auch in Heidelberg! Ob Liegewiese, Tanzparkett oder Sport- und Spielecke - wie die entsprechenden Flächen gestaltet werden, das bleibt den Teilnehmerinnen des PARKing Day überlassen. Eins haben (bisher) jedoch alle Installationen gemein: Sie haben eine nicht-kommerzielle Ausrichtung und dienen dem niederschwelligen Experimentieren mit dem öffentlichen Raum.

Diskussionen

Diskussionen am FairteilerMobil des Urban Office

Das FairteilerMobil gefällt

Das FairteilerMobil gefällt

Urban Office im Grünen

Urban Office im Grünen

Urban Office interessiert auch die Jüngeren

Urban Office interessiert auch die Jüngeren

PARKing Day 2017 in Heidelberg

PARKing Day 2017 in Heidelberg … mit dabei das Reallabor Urban Office

Wissbegierig? Baustellen-Preview, Baustellenkonzert und Zeitstrahl – Bildung, Betreuung, Begegnung am Gadamerplatz beim Stadtteilfest der Bahnstadt

15.07.2017 – Bahnstadt Heidelberg

Warum nicht einmal ganz unterschiedliche Wissenseinrichtungen in einem Haus vereinen?

Das ist die Idee des IBA-Projekts B³ Gadamerplatz in der Heidelberg Bahnstadt: eine KiTa, eine Grundschule mit Sporthalle und das Bürgerinnenzentrum der Bahnstadt werden quasi unter einem Dach zusammengebracht. steht dabei für Bildung, Betreuung, Begegnung und wird so zum Programm. In der Mitte der Bahnstadt, direkt am Gadamerplatz, ist das B³ nicht nur geographisches Herzstück der Bahnstadt sondern soll gleichzeitig als neue Stadtteilmitte zum wichtigen Dreh- und Angelpunkt für die Vernetzung der Menschen und Institutionen in Europas größtem Passivhausquartier werden. Neben planungshistorischen Fragen zur Standortentscheidung, zur Nutzungsmischung und zur Architektur legen die Wissenschaftlerinnen des Reallabors Urban Office in ihrer Forschung deshalb einen Schwerpunkt auf die Analyse sozialer Netzwerke: Wie kommen Menschen in der Bahnstadt in Kontakt und wie gelingt eine Vernetzung in der neuen Nachbarschaft?

Besonderes Highlight beim Bahnstadtfest war der Baustellen-Preview. Kurz vor der Fertigstellung des Gebäudekomplexes B3 ermöglichte das Reallabor Urban Office erste Blicke in das Bürgerinnenzentrum mit Baustellenführungen der besonderen Art. Mit einem außergewöhnlichen Team aus Wissenschaftlerinnen des Urban Office, Künstlerinnen, Vertreterinnen der IBA öffnete sich für einen Nachmittag das B³ und ganz besonders - mit dabei: Architekt Peter Donn von Datscha Architekten aus Stuttgart.

Reallabor Urban Office

Abb. 1: Nicht von der Baustelle sondern vom Reallabor Urban Office … Thorsten Erl und Michael Hölscher begrüßen die Teilnehmenden zum Baustellen-Preview

Bildung, Betreuung, Begegnung

Abb. 2: – Bildung, Betreuung, Begegnung am Gadamerplatz

Am 15.07.2017 war die Baustelle voll mit Menschen. Knapp 100 Neugierige waren gekommen und wollen beim Baustellen-Preview dabei sein. Unplugged werden sie von Gitarristin und Sängerin Jela und Gitarrist Julian beim Betreten des Gebäudes empfangen. Zwischen Farbeimern, auf Styropordämmteilen sitzen die beiden mitten in der Baustelle – dort wo in ein paar Monaten das Café eröffnet werden wird.

Unplugged

Abb. 3: Unplugged – Julian und Jela beim Baustellen-Konzert

Architekt Peter Donn erläuterte die Funktionen der einzelnen Räume im Bürgerhaus, das sich an der Da-Vinci-Straße im westlichen Flügel des Gebäudekomplexes befindet: Das Café mit Außenbewirtschaftung im Erdgeschoss. Im ersten Obergeschoß lädt der große Bürgersaal dazu ein, ganz unterschiedliche Veranstaltungen abzuhalten oder Feste zu feiern. Mit der fest installierten Bühne wird der Saal zum Minitheater der Bahnstadt. Und Julian und Jela sind auch schon wieder da – halb auf der Bühne sitzend, halb stehend /ndash; lassen sie erahnen, wie ein Konzert im großen Saal sein wird. Eine Besonderheit des gesamten Komplexes ist die Vernetzung der einzelnen Elemente Kita, Schule, Bürgerhaus und Sporthalle über gläserne Verbindungstüren und Räume sowie deren jeweils direkte Verbindung mit dem Innenhof.

Architekt Peter Donn erläutert das B3

Abb. 4: Architekt Peter Donn erläutert das B3

Innenhof und Verbindungsgänge im B3

Abb. 5: Innenhof und Verbindungsgänge im B3

Am Infopoint B3 des Urban Office auf der Schwetzinger Terrasse konnten sich die Besucherinnen des Stadtteilfests nicht nur über Struktur, Aufgaben, Partner und Projekte des Reallabors Urban Office informieren und mit dessen Akteuren ins Gespräche kommen, sondern sich auch mit der Genese und Entstehungsgeschichte des B³ beschäftigen: Wie kam es, dass zuerst ein ökonomisches Zentrum angedacht war, über mehrere Zwischenschritte aber schließlich das B3 realisiert wird? Mittels eines Zeitstrahls wurde der Entstehungsprozess, für alle nachvollziehbar veranschaulicht und führte so zu angeregten Diskussionen und Nachfragen bei den Bahnstadtinteressierten.

Mit der Forschung des Urban Office am B3 wird an der nachhaltigen Entwicklung von Bildungslandschaften in der heutigen Wissensgesellschaft gearbeitet. Dabei spielt der Dialog zwischen allen beteiligten Akteuren, schon in den Planungs-und Entstehungsphasen solcher Zentren eine wichtige Rolle.

Zeitstrahl und Diskussionen am Infopoint B3

Abb. 6: Zeitstrahl und Diskussionen am Infopoint B3

Infopoint B3 Reallabor

Abb. 7: Infopoint B3 Reallabor

Dialog Wissenschaftler und Bewohner

Abb. 8: Dialog Wissenschaftler und Bewohner

Urban Office in Action

Abb. 9: Urban Office in Action: Letzte Arbeiten am Infostand B3

Wir interessieren uns für Stadtentwicklung – Sie auch? Die Südstadt ist in Bewegung – Sagen Sie uns dazu Ihre Meinung!

08. und 09. Juli 2017 Südstadtfest, Heidelberg

Unter diesem Motto hat sich das Reallabor Urban Office auf dem Südstadtfest in Heidelberg am 08. und 09. Juli 2017 präsentiert und ist mit den Besucherinnen und Besuchern über die Weiterentwicklung der zukünftigen Stadtteilmitte in der Südstadt sowie des Anderen Park ins Gespräch gekommen (Abb. 1; 2).

Der Andere Park soll zum verbindenden Element des zukunftsorientierten, wissensbasierten Stadtquartiers werden, welches auf den ehemaligen Campbell Barracks über die Römerstraße hinweg bis zur Chapel im Kontext der Internationalen Bauausstellung (IBA) Heidelberg entsteht. Kern ist die freiraumplanerische und städtebauliche Neuordnung, Sanierung und Umnutzung zentraler Bereiche der historischen Kasernenanlage (Abb. 3). Als Nationales Projekt des Städtebaus wird der Andere Park gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Mit dabei zwölf Studierende der Kleinen Forschergruppe Strategische Instrumente der Stadtplanung (durchgeführt in direkter Co-operation mit IBA Heidelberg), die die Südstadtbewohnerinnen und Festbesucherinnen nach ihren persönlichen Erwartungen an die Konversion sowie speziell an das Stadtentwicklungsprojekt der Andere Park befragten.

Die Befragung deutet auf eine Aufbruchstimmung im Stadtteil: 71 % der Befragten verfolgen die Entwicklung des Stadtteils und seiner zukünftigen Mitte und erwarten insbesondere eine verbesserte Versorgungssituation mit Gütern des täglichen Bedarfs sowie ein Mehr an soziokulturellen Angeboten, die zur Belebung des Stadtteils beitragen.

Deutlich wurde auch das spezifische Verständnis von Lebendigkeit: Für die Antwortenden ist es mehr als das Vorhandensein von Versorgungs- und Kulturangeboten. Im Mittelpunkt stehen das Miteinander, die Kommunikation mit der zukünftig erweiterten Nachbarschaft und damit die sozialen Beziehungen zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern. Das Planen und die Entwicklung des Stadtteils wird dabei von vielen als Gemeinschaftsaufgabe begriffen.

Die Befragten betonen also die sozialen Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung, die auch für das Reallabor-Teilprojekt Transformation von Stadtteilen durch neue Wissensorte zentral sind.

Der Fokus liegt auf der sogenannten Kommunikationsplattform zum Anderen Park, die eine soziale Vernetzung der späteren Nutzerinnen und Aneignung des Stadtentwicklungsprojekts durch diese ermöglichen soll. Das Urban Office bearbeitet die damit verbundenen Thematiken Öffentlicher Raum und Kommunikation in teilweise öffentlichen Veranstaltungen co-produktiv weiter.

Timeline

Timeline zur Entwicklung der zukünftigen Stadtteilmitte seit 2012

Urban Office im Gespräch den Stadtteilbewohnerinnen

Urban Office im Gespräch den Stadtteilbewohnerinnen

Campbell Barracks

Die Campbell Barracks – hier entsteht der Andere Park

10 Jahre Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg auf den Frühjahrsmessen 2017 in Stuttgart!

20.-23.04.2017 auf der Landesmesse Stuttgart

Auch Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg, informierte sich umfassend und interessiert über das Reallabor Urban Office – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft. Einig waren sich unsere Besucher_innen: Mit unserem Reallabor, unseren Fragen und dem mobilen Fairteiler agieren wir am Puls der Zeit.

Minister Untersteller
Minister Untersteller

Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg, im Gespräch mit Dr. Christina West und Dr. Thorsten Erl vom Reallabor Urban Office – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft. Mit dabei Charlotte Eller, Mandana Alimardani (Reallabor Stadt-Raum-Bildung) und Malte Schweizerhof (Reallabor Urban Office) (c) Jan Potente

Mehr TateN! – Mehr Zukunft – so das Motto unter dem die Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg ihr 10-jähriges Bestehen feiert. Im Eingangsbereich der Landesmesse Stuttgart präsentierte das Land Baden-Württemberg während den Frühjahrsmessen mit innovativen Partnern eine vielfältige Erlebniswelt für nachhaltiges Handeln. Interessante Workshops und Erlebnisstationen luden zum Mitmachen und Ausprobieren ein. Auch das Reallabor Urban Office – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft präsentierte und vernetzte sich dort.

In regem Austausch mit kommunalpolitischen Akteuren, weiteren BaWü-Labs und Akteuren anderer Nachhaltigkeitsinitiativen, sowie den interessierten Messebesuchern haben wir die Themensetzungen, Erkenntnisse, Formate und Methoden des Reallabors Urban Office diskutiert, weiterentwickelt und in anderen städtischen Kontexten reflektiert. Die Besucher_innen konnten ihre Ideen zur nachhaltigen Stadtentwicklung mittels verschiedener Mitmach-Formate formulieren und sich am Bau des mobilen Wissensortes Fairteiler beteiligen.

Unter dem Motto Join ReaLabs Heidelberg haben wir die beiden Heidelberger Reallabore Stadt–Raum–Bildung und Asylsuchende in der Rhein-Neckar-Region eingeladen, sich ebenfalls an unserem Messestand zu präsentieren.

Kerstin Fröhlich

Kerstin Fröhlich (Reallabor Urban Office) erläutert Konzeption, Struktur, Akteure und co-produzierende Arbeitsweise im Reallabor Urban Office © Malte Schweizerhof

Fairteiler

Mobiler Fairteiler – weiter gebaut am Messestand des Reallabors Urban Office – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft. (c) NN

Diskussion

Rege Diskussionen am Messestand des Reallabors Urban Office – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft. (c) Jan Potente

7. IST - International Sustainability Conference

06.-09.09.2016 in Wuppertal, Bergische Universität Wuppertal & Wuppertal/Arrenberg

Unter dem Thema "Exploring Transition Research as Transformative Science" präsentierten und diskutierten Wissenschaftler_innen, Praktiker_innen und Künstler_innen aus etlichen Ländern konzeptionelle und methodische Herausforderungen Transformativer Wissenschaft, die darauf basiert, dass sich Forschung aktiv in gesellschaftliche Transformationsprozesse involviert. Dementsprechend wurde immer wieder die Frage thematisiert, wie und mit welchen Konzepten, Methoden und innovativen Angängen sich der Einfluss der Transitionsforschung auf Gesellschaft messen und beurteilen lässt.

In einem weiteren Themenschwerpunkt wurden die gemeinsamen Herausforderungen sowie die erfolgsversprechenden Fortschritte von neueren Forschungsformaten wie Reallaboren, Living Labs und Realexperimenten diskutiert. In zwei Dialog Sessions der BaWü-Labs wurden auch von uns aktuelle Forschungen und Dynamiken aus unserem Reallabor "Urban Office – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft" zur Diskussion gestellt. In der anschließenden Fish-Bowl loteten Regina Rhodius (BaWü-Lab "WiNo – Wissensdialog Nordschwarzwald", Universität Freiburg) und Christina West (BaWü-Lab "Urban Office – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft", Universität Heidelberg) das Format "Reallabor" zusammen mit internationalen Experten nachhaltiger Transformationsforschung und -praxis aus. Die BaWü-Lab Poster Session schließlich bot genügend Raum und Zeit mit den Besuchern Fragen nach Format, Erfahrungen und Forschungsansätzen tiefergehend und detailliert auszutauschen.

Besonderes Highlight der IST 2016 war der Restaurant Day im urbanen Reallabor Arrenberg - der Stadtteil in Wuppertal, der sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 CO2-neutral zu sein. Bewohner von Arrenberg öffneten ihre Türen und luden alle Besucher zu einzigartigen kulinarischen Erlebnissen in "one-day restaurants" ein. Und das Beste: die Diskussionen zu den Herausforderungen urbaner Nachhaltigkeitstransformation wurden einfach transdisziplinär fortgesetzt.

Gastgeber der 7. IST - International Sustainability Conference waren das Wuppertal Institut und das Center for Transformation Research and Sustainability (TransZent) (http://www.ist2016.uni-wuppertal.de/home.html). Gleichzeitig feierte am 08. September das Wuppertal Institut sein 25-jähriges Bestehen und lud alle Konferenzteilnehmer_innen zum großen Festakt und anschließenden Feier in der Villa Media ein.

Ein Jahr Reallabor in Heidelberg: "URBAN OFFICE – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft"

02/03.06.2016 in Heidelberg

Pressespiegel |  Programm

Die BaWü-Labs feierten 2016 ihren 1. Geburtstag, was wir zum Anlass nahmen, am 02./03.06.2016 zum großen Festakt mit wissenschaftlicher Tagung "Ein Jahr Reallabor URBAN OFFICE – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft" nach Heidelberg einzuladen. Rund 100 Teilnehmer_innen sind der Einladung gefolgt und haben in verschiedenen wissenschaftlichen Formaten reflektiert, erste Erfahrungen ausgetauscht und diskutiert, Visionen entwickelt sowie weitere Prozesse und Experimente angestoßen. Gefreut haben wir uns, Festakt und wissenschaftliche Tagung mit der Jahrestagung der Deutschen Akademie für Landeskunde (DAL) zu kombinieren. Beide Tage boten einen für alle inspirierenden Rahmen, in dem Akteure des Heidelberger Reallabors "URBAN OFFICE" mit der interessierten (Fach-)Öffentlichkeit aus Politik, Verwaltung, Planung, Interessensverbänden, BewohnerInnen, Studierenden, Wissenschaft, Forschung, Kunst und Wirtschaft sowie mit Kolleg_innen anderer BaWü-Labs und Reallabore ins Gespräch kamen.

Mit den BaWü-Labs fördert das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg in der Förderlinie "Wissenschaft für Nachhaltigkeit" ein neues Modell für die Kooperation von Wissenschaft und Praxis. In zwei Förderrunden (2015 und 2016) werden insgesamt 15 Reallabore in Baden-Württemberg für jeweils 3 Jahre finanziert. Diese Reallabore zeichnen sich durch hohe Interdisziplinärität zwischen Wissenschaftsdisziplinen und verschiedenen Forschungseinrichtungen aus als auch durch elaborierte Transdisziplinarität mit – entsprechend der Themensetzungen des jeweiligen Reallabors – relevanten Akteuren aus Kommunen, Verbänden, Unternehmen und mit Bewohner_innen. Die Zusammenarbeit in den Reallaboren folgt der Idee des Co-Design von Forschungsfragen und Co-Produktion von Forschungsergebnissen auf Augenhöhe zwischen allen Beteiligten. Damit sollen bestehende wissenschaftliche Erkenntnisse und andere Wissensbestände genutzt werden, um weiteres Wissen in und mit Hilfe von Gesellschaft zu erzeugen und in der Breite anzuwenden.

Im Reallabor "URBAN OFFICE – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft" arbeiten Wissenschaftler_innen der Universität Heidelberg aus Geographie, Geoinformatik, Soziologie, Gerontologie und Diakoniewissenschaften mit dem Stadtplanungsamt Heidelberg, der weiteren Stadtverwaltung Heidelberg und der IBA – Internationale Bauausstellung Heidelberg zusammen. Gemäß der Themensetzungen der vier Reallabor-Teilprojekte (TP) – „Transformation von Stadtteilen durch neue Wissensorte“ (TP 1), "Innovative Partizipationsstrukturen und nachhaltige Wohnkonzepte angesichts des demografischen Wandels" (TP 2), "Die Bedeutung von Netzwerken relevanter Wissensakteure" (TP 3), "Wissen schaffen für die Stadt – neue Methoden der Bürgerbeteiligung durch interaktive Stadtplanung im Web 2.0 am Beispiel der Energiewende" (TP 4) - kommen weitere Praxispartner hinzu, wie das ifeu – Institut für Energie und Umwelt Heidelberg GmbH, die Stadtwerke Heidelberg, freie Architekten, das Städtebau-Institut der Universität Stuttgart, Vertreter_innen des Stadtteilvereins und Bürger_innen der Bahnstadt. Je nach Entwicklung werden weitere Partner_innen in die Forschungsprozesse des Reallabors einbezogen.

Getagt und gefeiert wurde in der Altstadt von Heidelberg. Das HCA – Heidelberg Center of American Studies in mitten der Fußgängerzone ebenso wie das Stadtplanungsamt Heidelberg im Palais Graimberg am Kornmarkt boten einen idealen Rahmen. In verschiedenen Grußworten wurden insbesondere von Bernhard EITEL, Rektor der Universität Heidelberg, und Wolfgang ERICHSON, Bürgermeister der Stadt Heidelberg, der Mehrwert des Reallabors für die Wissenschaft und Universität wie für Stadtgesellschaft und IBA hervorgehoben, aber auch hohe Erwartungen an das Format "Reallabor" gestellt. Wolfgang ERICHSON dankte explizit dafür, dass es schon jetzt gelungen ist, Universität und Stadt an einen Tisch zu bringen, dabei verschiedene Aspekte der Stadtentwicklung aufzugreifen und an ein konkretes IBA-Stadtentwicklungsprojekt in Heidelberg anzubinden.

Mit ihrem gemeinsamen VORTRAG „Transdisziplinär trifft visionär: Einblicke in das Reallabor "Urban Office – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft. Eine kritische Reflektion" führten Ulrike GERHARD, Editha MARQUARDT und Christina WEST ein in die Entstehung, Entwicklung, Struktur, Formate, Arbeitsweise, Lehrkonzepte, Möglichkeiten genauso wie Herausforderungen und Zukunftsvisionen des Reallabors: Einig sind sie sich, dass das Forschungsformat Reallabor Urban Office mit seiner nach und nach entwickelten spezifischen Arbeitsweise und den mit viel Energie aufgebauten Strukturen, Netzwerken und Austauschformaten auch über den Förderzeitraum hinaus weitergeführt und verselbständigt werden soll.

Mit ihrem FESTVORTRAG "Tom paints the Fence. Re-negotiating Urban Design" haben das interdisziplinäre Team Bernd KNIESS und Ben POHL von der Hafen City Universität Hamburg, Tabea MICHAELIS von der DENKSTATT sàrl in Basel (Schweiz) und Christopher DELL vom Institut für Improvisationstechnologie in Berlin ihre Projekterfahrungen im improvisativ-transformativen Feld reflektiert. Im Fokus steht die Auseinandersetzung mit Wissensformen, die das kollektive Stadtmachen und dessen Darstellungen als eine spezifische Weise der Verständigung ernst nehmen, die produktiv weitergedacht werden wollen, da sie Möglichkeitsräume eröffnen. Den exemplarischen Rahmen liefert das Projekt "Universität der Nachbarschaften", das auf der Elbinsel Hamburg zwischen 2008-2013 stattgefunden hat. Besonderes Highlight des Vortrags ist nicht nur die Verknüpfung der unterschiedlichen Ausdrucksformen der Akteure in Bild, Sprache und Wort sondern ganz beeindruckend die musikalischen Improvisationen von Christopher DELL am Vibraphone, der dabei gleichzeitig noch erläutert, wie Improvisation möglich wird und was Henri Lefebvre dazu sagt.

Komplettiert wurde das Programm mit der Ausstellung im Stadtplanungsamt "Market Place – Open Space Reallabor URBAN OFFICE – ON STAGE", bei der die Nachwuchswissenschaftler_innen der Teilprojekte des Reallabors, Kerstin FRÖHLICH, Stefanie WILOTH, Christina HERRMANN, Michael AUER, Lukas LOOS, Miriam DINGELDEY, ihre Arbeiten präsentiert haben. Besonders lebhaft waren die Diskussion an den umgestalteten Einkaufswagen des Projektes "Wissen to Go" der Kleinen Forschergruppe des Masterstudiengangs Geographie. Diese mobilen Wissensorte – der Musikwagen, der mobile Wissensspielplatz, der Stadtsportwagen, der mobile Fairteiler, die mobile Kommunikationsblase, das mobile Beet, der mobile Solarwagen, der Fragezeichen-Wagen - tauchen als urbane Interventionen seither im Stadtraum von Heidelberg auf, mit der Intention dem öffentlichen Raum neue Möglichkeiten der Wissensproduktion und Begegnung zu geben.

Der zweite Tag wurde eröffnet mit dem "TRIALOG Wissen ǀ schafft ǀ Stadt" zwischen Michael BRAUM (IBA Heidelberg), Peter MEUSBURGER (Geographisches Institut Universität Heidelberg) und Margarte OVER vom Collegium Academicum Heidelberg, einer Initiative für ein selbstverwaltetes Studierendenwohnheim, welches als IBA-Projekt einen neuen Standort bekommt, der als Freiraum eigenständiges Lernen und kritisches Denken ermöglicht und stadtprägend wird. In den anschließenden "WERKSTATTGESPRÄCHE | SANDBOX Einblicke und Erfahrungen aus den BaWü-Labs" haben wir Kollegen aus anderen BaWü-Labs eingeladen, die Expertise des Auditoriums zu nutzen und Fragen zu stockenden Prozesse, blinden Flecken oder anderen Schwierigkeiten aus ihren Reallaboren unvoreingenommen mit allen Anwesenden zu diskutieren. Constantin HÖRBURGER vom Reallabor Space Sharing der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Richard BEECROFT vom Reallabor 131: KIT findet Stadt des KIT – Karlsruher Institut für Technologie und Regina RHODIUS vom Reallabor WiNo – Wissensdialog Nordschwarzwald haben von der SANDBOX profitiert.

Beim "Wissenschaftlichen STREITGESPRÄCH" tauschten Thorsten ERL (Universität Stuttgart), Annette FRIEDRICH (Stadtplanungsamt Heidelberg), Monika GONSER (PH Heidelberg), Richard BEECROFT (KIT - Karlsruher Institut für Technologie) und Regina RHODIUS (Universität Freiburg) unter der Moderation von Christina WEST (URBAN OFFICE) sich zur Frage "Was bringt ein Reallabor?" aus. Prinzipiell überzeugt das Format, da ein Reallabor trotz aller Mühen und gerade wegen der in den verschiedenen Prozessen geforderten Re-Definitionen der eigenen Perspektiven ein Format ist, das ungeahnte Wissensgenerierungsprozesse freisetzen kann. Insbesondere Annette FRIEDRICH, Leiterin des Stadtplanungsamtes Heidelberg, sieht in den Reallaboren einen deutlichen Mehrwert für ihre eigene Arbeit: Teil des Forschungsprozess zu sein verschafft ihr Einblicke in Zusammenhänge und Detailstrukturen, die sie so nicht sehen würde und gleichzeitig kann sie Forschungsfragen- und -prozesse fachkundig und zukunftsgerichtet unterstützen oder auch hinterfragen.

Deutlicher Aufholbedarf wird jedoch noch gesehen bei der Umsetzung von guten Ideen: Mehr Experimentierfreudigkeit und Flexibilität in den Institutionen Universität und (Stadt)Verwaltungen wird gewünscht. Auch passt das Forschungsformat Reallabor bisher noch nicht in das gängige Qualifikationscurriculum von Wissenschaftler_innen. Damit Reallaborforschung nicht zum Stolperstein für Wissenschaftler_innen wird, muss hier dringend ein Umdenken einsetzen, neue Bewertungsmaßstäbe für transdisziplinäre Forschung geschaffen werden, was jedoch nur möglich erscheint, wenn Reallaborforschung sich an Universitäten und Forschungseinrichtungen etabliert. Mit der EXKURSION zu den "RealLaborSites" der Heidelberger Bahnstadt endeten die 24 Feststunden im Reallabor. Einzelne Beiträge der Jahresfeier sowie Einblicke ins Reallabor "Urban Office" sind auf unserer Homepage, in Facebook und youtube abrufbar: www.uni-heidelberg.de/urbanoffice www.facebook.com/urbanofficeHD

BürgerInnen-Workshop zum Projekt B³ Gadamerplatz – Bildung, Begegnung, Betreuung in der Bahnstadt

07.05.2016 in Heidelberg

Am 7.5.2016 fand in der halle 02 in der Heidelberger Bahnstadt ein Workshop im Stil eines World Cafés statt. Dabei wurden Themen und Fragen, welche aus den ExpertInneninterviews des Teilprojektes 3 erarbeitet wurden, an Thementischen aufgegriffen und diskutiert. Neben einer Information der TeilnehmerInnen über das Projekt, unter anderem durch den Architekten anhand seines Modells des B³, wurde eine Gelegenheit zur Vernetzung angeboten. Außerdem konnten im Gespräch mit ExpertInnen und anderen Interessierten Ideen zum B³ weiterentwickelt werden. Die Teilnehmenden erhalten eine Dokumentation des Tages, in der die Ergebnisse festgehalten sind.
Die Teilprojekte des gesamten Urban Office sowie PraxispartnerInnen aus Stadt Heidelberg, IBA Heidelberg, Bahnstadtverein und Halt Kirchengemeinde konnten für die Vorbereitung gewonnen werden und führten gemeinsam die Ideenschmiede durch. Dabei gab es Synergien der Reallabor-Teilprojekte 2 (Demographischer Wandel und neue Wohnkonzepte – Mehrgenerationenhaus Heidelberg Village) und 3 (Netzwerkanalyse relevanter Akteure im Projekt B³), welche auch baulich in der Bahnstadt benachbart sein werden. Im Vorfeld des Workshops konnten sich die Mitarbeitenden aus dem Reallabor in einem Moderationsworkhop weiterbilden und ihr neues Wissen im Workshop praktisch anwenden.

1. Interkolloquium der BaWü-Labs

29.04.2016 in Stuttgart, Hochschule für Technik

Im ersten Interkolloquium der Reallabore, konzipiert und organisiert vom Ministerium für Forschung, Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg und dem Begleitforschungsteam For Real (Leuphana Universität Lüneburg, ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung und Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie), wurde ein Statusseminar, in dem die sieben BaWü-Labs der ersten Förderrunde über die Fortschritte, Herausforderungen und Schwierigkeiten in ihren Reallaboren berichteten, kombiniert mit einem Workshop-Programm, in das internationale Wissenschaftler_innen aus dem Feld der Nachhaltigkeitsforschung und -lehre involviert waren. Ziel war es, den einzelnen Reallaboren einerseits Feedback zu geben und andererseits die Debatte zu epistemologischen, konzeptionellen und methodischen Fragen der Reallabore zu befördern.

Eröffnet wurde das Interkolloquium mit dem Impulsvortrag von Uwe Schneidewind (Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie), der nochmals die Pionierrolle der Reallabore im Experimental Turn der Transformationsforschung hervorhob. Das nachfolgende Statusseminar zum Fortschritt in den BaWü-Labs zeigte eindrucksvoll die sich mittlerweile ausdifferenzierende Vielfalt der Forschungszugänge, Fragestellungen, Akteurskonstellationen, Methoden, Prozesse des Co-Design und der Co-Produktion. Immer wieder herausgestellt wurde, dass Reallaborforscher_innen über ein breites Set von Kompetenzen verfügen müssen, neben multiplen (disziplinären) Kompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens sind insbesondere Kommunikation und Management gefragt. Ferner ist die Lösung von Konflikten, die sich durch unterschiedliche Erwartungshaltungen bzgl. der zu produzierenden Ergebnisse in den Reallaboren entwickeln können, nur durch transparente Entscheidungsprozesse und Kommunikationsstrukturen möglich. Generell wurde darauf hingewiesen, dass der Aufbau von Arbeits-, Organisations- und Vertrauensstrukturen zwischen den Reallabor-Partner_innen oder auch die Suche nach neuen Partner_innen (bei Verlust von alten Partner_innen oder für neue Realexperimente) ebenso wie die Entwicklung und der Aufbau von reallaborspezifischer Lehre eher auf Längerfristigkeit angelegte Prozesse sind, die nicht so recht passen wollen zu den kurzen Förderlaufzeiten der Reallabore und den teilweise auf Kurzfristigkeit angelegten Realexperimenten mit wechselnden Partnern_innen. Thematisiert wurde auch, dass bisher noch wenig Energie aufgewendet werden konnte für die Frage, wie ein Up-scaling von Forschungsergebnissen aus den Reallaboren in der Gesellschaft machbar ist.

Die Workshop-Phase wurde eröffnet mit einem Input von Andrew Karvonen (University of Manchester) zu den Imperativen der Laborforschung, gefolgt von sechs parallelen Workshops zu den Spannungsfeldern der Reallaborforschung:

1. Sollen Reallabore eher Transformation steuern und gestalten oder wissenschaftliche Evidenz hervorbringen? (Input: Andrew Karvonen, Michael Stauffacher)

2. Welche Möglichkeiten eröffnen zivilgesellschaftlich initiierten Ansätzen für transformative Projekte? (Input: Marcus Andreas, Kora Kristof, Iris Kunze)

3. Wie ist Integration von Wissen in transdisziplinären Prozessen möglich? (Input: Alexandra Lux, Timo von Wirth)

4. Welcher Umgang mit Stakeholderkonflikten und Prozessen der Kooperation und Partizipation? (Input: Cordula Kropp, Larissa Krainer)

5. Zur Reflektion von Reallaboren und Reallaborexperimenten aus epistemologischer und wissenschaftstheoretischer Perspektive! (Input: Matthias Groß, Thomas Jahn)

6. Können Reallabore Lernorte sein für Lösungen von realen Herausforderungen? (Input: Guido Caniglia, Ariane König)

In der abschließenden Paneldiskussion reflektierten Armin Grunwald, Ariane König, Andrew Karvonen, Kora Kristof, Michael Stauffacher und Maja Göpel über die Rolle und Bedeutung von Reallaboren für die zukünftige Transformationsforschung.

In-house Workshop

14./15.01.2016 in Heidelberg

Beim 1. in-house_workshop des Urban Office HD versammelten sich alle Reallaborpartnerinnen zusammen mit einigen Gästen an der großen "Tafel zum Wissen". In 6 Dialog-Cafés mit pointierten Input-Vorträgen aus den jeweiligen Teilprojekten und zu den übergeordneten Fragen und Facetten nachhaltiger, gesellschaftlicher Entwicklung angepasster Stadtentwicklung, reflektierten und diskutierten die Reallaborpartnerinnen aus Wissenschaft, Stadtplanung und Praxis die Entwicklung und Möglichkeiten innovativer Ansätze. Fest im Fokus: Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft.

In-house workshopWATCH: Die dynamische Atmosphäre an der "Tafel zum Wissen" mit Einblicken in die 6 Dialog Cafés!

 

Teilnehmerinnen:
Urban Office Heidelberg, Geographisches Institut/Universität Heidelberg, Stadt Heidelberg, IBA - Internationale Bauausstellung Heidelberg GmbH, CSI - Centrum für soziale Investitionen und Innovation/Universität Heidelberg, Max-Weber-Institut für Soziologie/Universität Heidelberg, Diakoniewissenschaftliches Institut (DWI)/Universität Heidelberg, Städtebau Institut/UniversitätStuttgart, ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, Studierende der „Kleinen Forschergruppe - Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft“, Geographisches Institut/Universität Heidelberg.


2015

Veranstaltungen 2015

Diskussionsforum BaWü-Labs

08./09.10.2015 in Karlsruhe, KIT-Ostendorfhaus

Was ist eigentlich ein Reallabor? Das ist eine Frage, die immer noch auch die Beteiligten der Reallabore Baden-Württembergs umtreibt. Um bei dieser Frage weiterzukommen, gleichzeitig aber den Austausch zwischen den Reallaboren in unserem Bundesland zu fördern, fand vom 8.-9. Oktober das erste Diskussionsforum BaWÜ-Labs in Karlsruhe statt.

DiFo Karlsruhe

Unter der Leitung und Moderation der Begleitforschungsteams aus Basel und Lüneburg wurde am ersten Tag über Erwartungen, die von verschiedenen Seiten an die Reallabore gestellt werden und über den Umgang mit Ihnen diskutiert. Es zeigte sich, wie unterschiedlich die Reallabore aufgestellt sind, sowohl was die Verankerung an der jeweiligen Hochschule und in den Gemeinden, aber auch das beteiligte Team angeht. Die Diskussionen machten deutlich, dass es sich tatsächlich um ein innovatives Forschungsformat an der Schnittstelle zwischen Hochschule und Praxis handelt – mit vielen zugehörigen Herausforderungen und Problemlösungsstrategien. Gerade diese Einblicke in die anderen Reallabore erwiesen sich als sehr spannend und weiterführend für die eigene Arbeit.

Am Abend konnte das Karlsruher "Reallabor 131 – KIT findet Stadt" besucht werden, das an der nachhaltigen Umgestaltung der Karlsruher Oststadt mitarbeitet. Das Reallabor ist räumlich im „Zukunftsraum“ verortet, ein Stützpunkt in der Oststadt. Dort befinden sich Arbeitsplätze, zugleich wird der Raum aber für viele Aktivitäten im Stadtteil genutzt.

Am zweiten Tag wurden Erfahrungen mit partizipativen Methoden thematisiert, mit denen Bürgerinnen und Bürger in die Forschungsarbeit eingebunden werden können. Besondere Herausforderungen ergeben sich aus der inter- und transdisziplinären Arbeit und erfordern immer wieder neue Herangehensweisen.

DiFo Karlsruhe

Insgesamt zeigte sich, dass Kommunikation eine viel größere Rolle in den Reallaboren spielt als in anderen Forschungsprojekten. Austausch- und Netzwerkprozesse sind auf verschiedenen Ebenen notwendig, um die unterschiedlichen Beteiligten in die Arbeit am Gesamtprojekt zu integrieren. Der Austausch zwischen den Reallaboren zeigte auf, dass gerade hier besondere Herausforderungen liegen, die trotz der großen Unterschiede der einzelnen Projekte überall in ähnlicher Form zu bearbeiten sind.

Programm Diskussionsforum BaWü-Labs


BaWü-Labs Go! Start der Reallabore für den Wandel zur Nachhaltigkeit

30.04.2015 in Stuttgart, Staatliche Akademie der Bildenden Künste

'Aufbruch' – Reallabor als neue, innovative Form des Wissenstransfers
Mit dem Schlagwort 'Aufbruch' eröffnete Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, nach der Begrüßung durch Rektorin Petra von Olschowski, die Auftaktveranstaltung zum Start der Reallabore Baden-Württemberg in der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart am 30. April 2015. Der Anspruch an die Reallabore ist hoch: So soll durch gemeinsames Lernen und Arbeiten in neuen Partnerschaften zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Kommunen sowie Bürgerschaft geteilte Probleme identifiziert, Veränderungsprozesse initiiert und nachhaltig gestaltet werden. Auf diese Weise können Reallabore zu "kreativen Treibern einer Entwicklungsstrategie für das ganze Land werden".

Reallabor Go

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden‐Württemberg

Auch Prof. Dr. Uwe Schneidewind, vom Wuppertal-Institut und Vorsitzender der Expertenkommission "Wissenschaft für Nachhaltigkeit" in Baden-Württemberg, betonte den innovativen Charakter des Reallabore-Ansatzes. So stehe die Forschung zu den Bedingungen nachhaltigkeitsorientierter Veränderungsprozesse erst am Anfang und werde durch das Konzept der Reallabore umsetzungsorientiert befördert. Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, ruft er den Forschenden zu "mutig zu sein und Haltung zu zeigen".

Und das Freiburg Scientific Theatre versuchte in drei Szenen die Komplexität und den gesellschaftlichen Umgang mit den Herausforderungen des globalen Klimawandels performativ zu reflektieren.

Sieben Reallabore für die Forschung um mehr Nachhaltigkeit
Vertreterinnen und Vertreter der sieben, von 2015 bis 2017 geförderten Reallabore, sowie des vom MWK beauftragten Konsortiums für deren Begleitforschung (Leuphana Universität Lüneburg, dem ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung und dem Wuppertal Institut) nutzten in Stuttgart die Chance die eigenen Projektideen zu präsentieren, sich über die inhaltlichen Zielsetzungen sowie methodischen Herangehensweisen der anderen Reallabore zu informieren und erste Kontakte zu knüpfen. Gleichzeitig fand in der entspannten Atmosphäre auch ein reger Ideenaustausch mit den eingeladenen und interessierten Besucherinnen und Besucher sowie der (Fach-)Öffentlichkeit statt, die zudem die Gelegenheit nutzte, jedwede Fragen zu stellen.

Reallabor Go

Neben dem 'Urban Office – Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft' der Universität Heidelberg fördert das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst den Aufbau von sechs weiteren Reallaboren mit insgesamt 7 Mio. Euro. Auch in Zukunft werden die gemeinsamen Begegnungen und der Austausch spannend bleiben, da die sieben verschiedenen Reallabore ganz unterschiedliche Zugänge und Schwerpunkte zum Thema "Wandel zur Nachhaltigkeit" setzen und verfolgen:

  • Reallabor Nordschwarzwald (ReNo): Der Nationalpark Schwarzwald als Katalysator einer regionalen Nachhaltigkeitstransformation
  • Reallabor 131: KIT findet Stadt
  • Future City Lab_Stuttgart: Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur
  • Nachhaltige Transformation der Textilwirtschaft am Standort Dietenheim
  • EnSign Reallabor: Klimaneutrale Hochschule als Partner der Region
  • Space Sharing: Nutzungsintensivierung des Gebäudebestands durch Mehrfachnutzung

Herausforderung Reallabor
Die von Katja Nellissen (Medienbüro Köln) moderierte offene, interaktive Diskussion zum Abschluss der Auftaktveranstaltung hat einige der geteilten Problemlagen der Forschenden offengelegt: Alle Reallabore stehen vor der herausfordernden Aufgabe, dem Anspruch einer innovativen Partizipationskultur gerecht zu werden und Methoden zu entwickeln, Bürgerinnen und Bürger vor Ort für die nachhaltigkeitsorientierten Projekte zu begeistern, zur Teilhabe anzuregen und Netzwerke aufzubauen, welche den Fortbestand der Projekte auch über die Förderdauer hinaus sicherstellen.

Reallabor Go

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden‐Württemberg

Beim Get Together am Buffet setzten sich einige der Diskussionen fort, andere wurden aufgemacht, neue Bekanntschaften geknüpft, zukünftige Allianzen geschmiedet ...

Das Heidelberger Reallabor "Urban Office - Nachhaltige Stadtentwicklung in der Wissensgesellschaft" nahm mit allen Kooperationspartnerinnen und –partnern teil und stellte sich den neugierigen Fragen und angeregten Diskussionen: Dr. Christina West (wissenschaftliche Koordinatorin des Urban Office), Dr. Editha Marquardt (Geographisches Institut), Kerstin Fröhlich, M. Sc. (Doktorandin Urban Office/ Geographisches Institut), Stefanie Gogulla, M.A. (Doktorandin Urban Office/ Diakoniewissenschaftliches Institut), Christina Herrmann, M.A. (Doktorandin Urban Office/ Max-Weber-Institut für Soziologie), Dr. Carl Zillich (Kuratorischer Leiter der Internationalen Bauausstellung (IBA) Heidelberg 2022), Annette Friedrich (Leiterin des Stadtplanungsamtes Heidelberg), Dr. Henning Krug (Abteilungsleiter im Stadtplanungsamt Heidelberg), Dr. Thorsten Erl (Städtebau-Institut der Universität Stuttgart/ metris architekten).

Ein besonderer Dank geht auch an unsere Mitarbeiterinnen in der Vorbereitungsphase: Christina Rutka (Urban Office) und Franziska Kirschner (Geographisches Institut).


Auftaktveranstaltung Reallabore Baden-Württemberg

13.02.2015 in Stuttgart, Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Seit Januar fördert die baden-württembergische Landesregierung für drei Jahre sieben Reallabore an verschiedenen Standorten des Bundeslandes. Am 13. Februar trafen sich Vertreter aller Reallabore sowie des Ministeriums in Stuttgart. Hinzu kamen die beiden Teams der Universität Basel sowie Lüneburg und Wuppertal, die eine Begleitforschung zu diesem neuen Forschungsformat durchführen werden.

Die Auftaktveranstaltung diente in erster Linie dem gegenseitigen Kennenlernen. Jedes Reallabor konnte sich kurz vorstellen. Danach wurde zu möglichen Formen der Zusammenarbeit, zu Vorstellungen sowie Wünschen an die Begleitforschung und zur Gestaltung der öffentlichen Veranstaltung „Ba-Wü-Labs Go“ am 30.4.2015 in Stuttgart diskutiert.

Für das Heidelberger Reallabor „Nachhaltige Stadtenwicklung in der Wissensgesellschaft – Urban Office“ nahmen Prof. Ulrike Gerhard und Dr. Editha Marquardt vom Geographischen Institut der Universität sowie Prof. Michael Braum, Geschäftsführer der Internationalen Bauaustellung Heidelberg (IBA) teil.

Es war sehr spannend, detaillierter zu erfahren, was die anderen Reallabore in den kommenden drei Jahren bearbeiten werden. Anknüpfungspunkte ergeben sich beispielsweise zum „Reallabor 131: KIT findet Stadt“ des Karlsruher Instituts für Technologie. Dort geht es um die nachhaltige Transformation eines Karlsruher Stadtteils gemeinsam mit den Einwohnern vor Ort. Interessant für eine Kooperation erscheinen auch das „Future City Lab_Stuttgart: Reallabor für nachhaltige Mobilitätskultur“ der Universität Stuttgart und das Vorhaben zu „Space Sharing – Nutzungsintensivierung des Gebäudebestands durch Mehrfachnutzung“ der Staatliche Akademie der bildenden Künste Stuttgart.

Detaillierte Übersicht über die geförderten Reallabore

Seitenbearbeiter: Webmaster-Team
Letzte Änderung: 08.10.2017
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