Universitätssiegel

Große Exkursionen

Exkursion nach Polen März 2014

Leitung: Prof. Dr. Johannes Glückler, Dipl.-Geogr. Robert Panitz

Zwischen dem 17. und 29. März 2014 fand die „Große Exkursion Polen“ mit 16 Studierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Glückler und Dipl.-Geogr. Robert Panitz statt. Die Exkursionsroute verlief in der ersten Woche von Nord nach Süd (Danzig, Warschau und Krakau) und in der zweiten Exkursionswoche von Ost nach West (Krakau, Kattowitz, Kolonowskie, Dobrozien und Breslau). Während der Exkursion wurde versucht, mittels von Expertengesprächen und Unternehmensbesichtigungen ein Gefühl für die Wirtschaftsgeographie Polens zu entwickeln. Die wirtschaftsgeographischen Aspekte lassen sich in die Themenbereiche der Ressourcenökonomie, Industrie, Dienstleistungen und Regulation einordnen. Darüber hinaus wurde das polnische Alltagsleben durch persönliche Erfahrungen erforscht.

Annaberg
Abbildung 1: Gute Exkursionsstimmung auf dem Annaberg.
Quelle: Johannes Glückler

Ressourcenökonomie

Als Fallbeispiele zur Ressourcenökonomie Polens dienten Gespräche mit Landwirten in Schlesien, mit Vertretern der Bernsteinindustrie in Danzig, die Besichtigung des Kohlebergwerks Wiezorek in Kattowitz (Abbildung 1) und ein Treffen mit Dr. Krzysztofik der Schlesischen Universität in Sonsnowiec.
In allen vier Gesprächen wurden die Transformation und Globalisierung und die damit einhergehende veränderte politische und wirtschaftliche Einbettung Polens als treibende Kraft deutlich. Während in der Landwirtschaft die Bedeutung von EU-Regularien als eine Ausprägung dieser Entwicklung diskutiert wurde, waren für die Bernsteinindustrie die internationale Konkurrenz und neue Märkte in Asien wichtige Themen. Im Kohlebergwerk wurde das Thema der Transformation in der Metamorphose eines einst staatlichen Bergwerks hin zu einem marktwirtschaftlichen Betrieb diskutiert, während Dr. Krzysztofik die Auswirkung des Niedergangs der Kohlezechen für die Stadtentwicklung von Sosnomiec (bei Kattowitz) illustrierte.

Kohlebergwerg Wiezorek
Abbildung 2: Lichterraum im Kohlebergwerk Wiezorek
Quelle: Johannes Glückler

Industrie

Industriegeographische Aspekte wurden an den Beispielen einer Schiffswerft, metallverarbeitenden Betrieben, Möbelherstellern und Technologieunternehmen erörtert. Hierbei spielten die Prozesse der Innovation, Businessmigration und Exportaktivitäten eine wichtige Rolle.

Schwerindustrie Oberschlesien
Abbildung 3: Schwerindustrieregion Oberschlesien
Quelle: Johannes Glückler


So stand die besuchte Schiffswerft in Gdynia exemplarisch für den Niedergang des Europäischen Schiffbaus und der Businessmigration hin zur Produktion von Elementen für Offshore Windkraftanlagen innerhalb einer europaweiten Wertschöpfungskette. Das Beispiel des Möbelclusters in Dobrozien illustrierte, wie in einem peripheren Cluster mit Hilfe der Organisation temporärer Nähe zu urban lokalisierten Designern, innovative Produkte entwickelt werden können.

Dobroteka in Dobrozien
Abbildung 4: Ein Ort für temporäre Nähe – Die Dobroteka in Dobrozien
Quelle: Johannes Glückler

Dienstleistungen

Die Geographie der Dienstleistungen in Polen wurde durch eine Hafengesellschaft, Fotoagenturen, Immobilienentwickler, die Warschauer Börse und Softwareentwickler repräsentiert.
Hierbei wurde unter anderen die Internationale Anbindung als Wachstumsmotor für die Dienstleistungsindustrie thematisiert. So ist die Funktion des Danziger Hafens einzig in einem Europäischen Verbund aus verschiedenen Infrastruktureinrichtungen zu verstehen. Die Warschauer Börse, ein Softwareunternehmen und die Fotoagenturen waren in ihrer Entwicklung wiederum durch ausländische Direktinvestitionen und dem Handel von Dienstleistungen getrieben. Ein Warschauer Immobilienentwickler (Abbildung 3) zeichnete einen indirekten positiven Effekt dieser ausländischen Direktinvestition in Bezug auf eine steigende wirtschaftliche Bedeutung Warschaus und dem damit verbundenen steigenden Mieten, Boden- und Wohnungspreisen.

Immobilienentwicklung in Warschau
Abbildung 5: Immobilienentwicklung in Warschau
Quelle: Johannes Glückler

Regulation

Um die regulatorischen Verhältnisse in Polen begreifen zu können, wurden Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium in Warschau (Abbildung 4), Prof. Dr. Sagan von der Universität Danzig, den Sonderwirtschaftszonen in Gdynia und Kattowitz, dem Warschauer Stadtplanungsamt, den regionalen Wirtschaftsförderungen in Danzig und Breslau, dem Bürgermeister der Gemeinde Kolonowskie sowie dem Technologiepark in Breslau geführt.

Wirtschaftsministerium
Abbildung 6: Zu Besuch beim Wirtschaftsministerium in Polen
Quelle: Johannes Glückler


Hierbei entstand das Bild einer vergleichsweise zentralistischen staatlichen Regulation, welche mit den Instrumentarien der Ausweisung von Gewerbeflächen, der Einrichtungen von Inkubatoren und Sonderwirtschaftszonen die Wirtschaftsgeographie Polens stark beeinflusst. Die Wirkung dieser Instrumentarien im Hinblick auf eine Verringerung von regionalen Disparitäten lässt sich hierbei jedoch bezweifeln.

Das Leben in Polen

Das polnische Alltagsleben wurde durch die Teilnehmer meist abends oder in der Nacht sowie während des freien Exkursionstages außerhalb von fixen Terminen erforscht. Hierbei sei das vergleichsweise günstige, aber leckere kulinarische Angebot der polnischen Küche erwähnt. Pierogy, Bigos und Klöße dienten nicht selten als elementare Energielieferanten bei der Besichtigung der geographisch attraktiven Orte: Danzig, Warschau, Krakau, Kattowitz, Kolonowskie und Breslau. Jeder Ort hatte hierbei sein eigenes Flair: Das historische Krakau stand dem pulsierenden modernen Warschau entgegen, die maritime Bernsteinstadt Danzig dem wandlungsvollen wachsenden Breslau und das ländlich-grüne Kolonowskie der urbanen Schwerindustriestadt Kattowitz.
So unterschiedlich die Orte auch sind, so verbindend erschienen ihre Historie ständiger Neunanfänge und Brüche sowie die Gastfreundschaft der dort lebenden Bevölkerung.

Relaxen nach getaner Arbeit
Abbildung 7: Relaxen nach getaner Arbeit
Quelle: Johannes Glückler

Exkursion Hainan/Südchina im Februar/März 2013

Leitung: Prof. Gebhardt gemeinsam mit Ying Li und Prof. Dr. Werner Breitung

Die Exkursion nach Südchina bestand aus zwei Teilen. In Rahmen eines Praktikumsteil wurden auf der südchinesischen Insel Hainan verschiedene große Freizeiteinrichtungen besucht und dort auch Erhebungen unter den Besuchern durchgeführt, im zweiten Exkursionsteil wurde die dynamische Wirtschafts­entwicklung im Perlflussdelta, insbesondere in den Städten Guanghzou, Dongguan und Shenzen und vergleichend die spezifische Situation in Macao und Hongkong in den Blick genommen. [Exkursionsbericht]


Videodokumentation des Geländepraktikums:

  1. Dongtian Park in Sanya: Video | Text
  2. Areca Valley: Video | Text
  3. Echa Dorf: Video | Text
  4. Nanwan Monkey Islet: Video | Text
  5. Xinglong Tropical Garden: Video | Text
  6. Chinesische Küche: Video
  7. Beschreibung der Videodokumentation zu den Befragungen: Video | Text

alle Videos in einer Playlist

Exkursion Amazonien/Brasilien im Juli/August 2012

Leitung: Prof. Dr. Hans Gebhardt, Prof. Wolf-Dietrich Sahr und Thilo Wiertz

Zum zweiten Mal nach 2004 ging eine große Exkursion in das südamerikanische Schwellenland Brasilien. Während 2004 der Süden (Paraná und Santa Catarina) im Zentrum gestanden hatte, wurde diesmal ein Profil längst des Amazonas gelegt. Aufgrund der großen Entfernungen mussten die Strecken zwischen den einzelnen Etappen per Flugzeug zurückgelegt werden, eine für Mitteleuropäer durchaus ungewöhnliche Erfahrung. Auch diesmal lag die Organisation und wissenschaftliche Begleitung der Exkursion in den Händen von Prof. Dr. Wolf-Dietrich Sahr. Er wurde dankenswerter Weise von zahlreichen brasilianischen Kollegen/innen unterstützt, die uns auf den verschiedenen Exkursionsstationen vor Ort interessante Einblicke in Infrastrukturprojekte, Stadtentwicklungsprozesse und natürlich auch die Naturlandschaft des tropischen Regenwalds vermittelten. Glücklicherweise wurden wir dabei nicht in den seit Wochen in Brasilien anhaltenden Streik der Universitäten einbezogen. [Alle Infos..]

Exkursion nach Chile März 2012
Governance von Ressourcen und Risiken in Chile

Leitung: Prof. Dr. Johannes Glückler, Dr. Michael Handke

Seit das Geographische Institut der Uni Heidelberg am Heidelbergcenter für Lateinamerika in Santiago de Chile den berufsbegleitenden Masterstudiengang Governance of Risks and Resources anbietet, sind unsere Geographiestudenten immer häufiger im Land der 15 Klimazonen anzutreffen. Im März und April 2012 z.B. waren Herr Glückler und Herr Handke zur Lehre im neuen Master in Santiago angetreten. Dass sie jedoch auch noch von 18 Heidelberger Geographiestudenten begleitet wurden, hatte damit zu tun, dass diese sich für einer Großen Exkursion nach Chile angemeldet hatten, um Land und Leute und vor allem die Besonderheiten des wirtschaftlichen Lebens in Chiles kennen und verstehen zu lernen. Zufall oder auch nicht, Herr Glückler und Herr Handke erhoben den wirtschaftlichen Umgang mit Risiken und Ressourcen zum zentralen Schwerpunkt der Exkursion. Diese Wahl hing sicherlich damit zusammen, dass beide Dozenten eingefleischte Wirtschaftsgeographen sind. Sie hat aber auch damit zu tun, dass sich Chiles neoliberal geprägte Wirtschaft und Gesellschaft als Untersuchungsobjekt für diese Thematik geradezu idealtypisch anbietet: Nicht nur beim Kupferbergbau, der das Wachstum und die Exporte Chiles bestimmt und mit einer ganz eigenen riskanten Beziehung zur Ressource Wasser einhergeht, präsentiert sich das Thema zum Anfassen. Auch die chilenischen Erfahrungen mit Erdbeben und der Umgang der Gesellschaft mit Tsunami-Katastrophen offenbaren zum Teil sehr heterogene Wahrnehmungen und Regulierungen von Risiken und Ressourcen. Beide Beispiele werden im Folgenden näher beschrieben.

Klimawandel, Wasserverfügbarkeit und ökonomisches Risiko

Der weltweite Klimawandel geht mit einer Zunahme extremer Klimaereignisse wie Überschwemmungen oder Dürren einher. Die davon ausgehenden Risiken sind regional unterschiedlich verteilt. In Chile z.B. führen steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsregime (insbesondere ausbleibender Schneefall) mittelfristig zu einem Abschmelzen der Gletscher und damit zu einer nachhaltigen Zerstörung einer wesentlichen Wasserquelle des Landes. Ansteigende Pegel von Schmelzbäche erfordern sowohl wasserbauliche Schutzmaßnahmen in den Mittel- und Unterläufen der Flüsse als auch Lernprozesse und Anpassungshandlungen bei den betroffenen Landwirten und Bewohnern. Die Herausforderungen des Klimawandels gilt es durch die Partizipation verschiedener Anspruchsgruppen im Sinne einer Governance zu koordinieren und zu moderieren. Das wahrgenommene temporäre ,Überangebot' an Wasser darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Chile Wasser vielerorts ein knappes Gut darstellt – insbesondere nördlich von Santiago in den ariden Teilen des Landes. Und obgleich in Chile Rechte an der Ressource Wasser seit den 1980er Jahren institutionell gesichert sind und ein liberales Marktmodell begründen, das mit dem Handel der Rechte eine effiziente Allokation der Ressource Wasser anstrebt, herrschen Nutzungskonflikte vor, die mitunter zu sozialen Spannungen führen. Wasser besitzt in Chile zwar einen Marktpreis, der sich nach der Nachfrage richtet, oder daran, wie viele Wasserrechte im Umlauf sind. Damit einhergehend schaffen Preisveränderungen Anreize, Wasser gezielt sparsam zu nutzen oder in moderne Technologien zu investieren. Technologischer Fortschritt wiederum erlaubt eine Intensivierung der Bewässerungslandwirtschaft. Doch auf Wassermärkten treffen unterschiedlich mächtige Akteure aufeinander. Gerade hierbei zeigt sich, wie unregulierte Wassermärkte zu einer Homogenisierung der Wassernutzung führen, das heißt zu einer Auflösung der Vielfalt des ökonomischen Einsatzes von Wasser. Landwirte, die z.B. Avocados oder Trauben für Exportmärkte anbauen und dort relativ hohe Gewinne erzielen, verdrängen bei steigenden Wasserpreisen Landwirte, die Gemüse für den heimischen Markt oder in Subsistenzwirtschaft anbauen. Der dadurch zunehmende Druck zur Migration in die Städte steigert dort ebenfalls die Probleme eines verknappten und verteuerten Wassers. Doch auch Agrarexportbetriebe sind dem Druck des Marktes ausgesetzt. Sie werden ihrerseits von der Minenwirtschaft verdrängt, die mit dem Export von Kupfererzen insgesamt die höchsten Gewinne und Devisen erwirtschaftet und zusätzlich einen privilegierten Stellenwert in Chiles Wirtschaftspolitik genießt. Die Minenwirtschaft ist bei der Exploitation von Kupfer auf große Mengen an Wasser angewiesen, das aufgrund von Verschmutzungen anschließend nicht mehr für andere Nutzungen zur Verfügung steht. Die bevorzugte Stellung der Minenwirtschaft zeigt sich einerseits bei der Vergabe von Konzessionen, die auch unbeschränkte Zugangsrechte zur Erschließung des Grundwassers beinhalten. Andererseits wird das von ihr verschmutzte Wasser immer noch als negativer externer Effekt an die Gesellschaft abgegeben.

Tsunami, Katastrophenbewältigung und ökonomischer Wiederaufbau

Die chilenische Gesellschaft ist nicht nur dem Klimawandel ausgesetzt, sondern auch Naturgefahren wie Erdbeben, Tsunami oder Vulkanausbrüchen. Leicht könnte man daher zu dem Schluss kommen, die chilenische Gesellschaft sei erfahren im Umgang mit Naturrisiken. Das Beispiel des jüngsten großen Erdbebens in Chile vermittelt indes ein anderes Bild. Die Stadt Constitución in der Region Maule zählt sicherlich zu den am schwersten betroffenen Gebieten. Neben dem Erdbeben rollten auch noch die Wassermassen eines meterhohen Tsunamis über Teile der Stadt hinweg. Im Jahr 1960 wurde Constitución schon einmal von einem Tsunami zerstört und anschließend an selber Stelle ohne besondere Schutzmaßnehmen wieder aufgebaut. Doch wie kann eine Küstenstadt wie Constitutión überhaupt auf externe Naturereignisse wie einen Tsunami oder ein Erdbeben reagieren? Geographische Risikoforscher setzten zunächst daran an, die Verwundbarkeit der Bevölkerung, einer Stadt oder einer Region zu bewerten. Mit dem Konzept der Vulnerabilität analysieren sie dabei nicht einseitig die baulichen Schadenspotenziale einer Naturkatastrophe, sondern insbesondere auch die mit Naturrisiken einhergehenden sozialen Krisen der Gesellschaft in einer Region. Plünderungen, Raub und Gesetzlosigkeit der Bevölkerung, was sich auch als verlorenes Vertrauen in die Ordnungskraft des Staates interpretieren lässt, werden in den Analysen dabei ebenso erfasst und prognostiziert wie z.B. die Folgen von Trinkwassermangel (gesundheitliche Risiken) oder durch Salzwasser zerstörte landwirtschaftliche Kapazitäten. In Constitución war nach der Zerstörung durch die Natur beinah das komplette Kommunikationssystem zusammengebrochen, was das Management und die Katastrophenhilfe zusätzlich behinderte. Auch noch 2012, im Jahr der Heidelberger Exkursion, waren das Gesicht der Stadt – und bei genauem Hinsehen und Hinhören auch die Gesichter und die Geschichten der zurückgekehrten Bevölkerung – noch immer von den Zerstörungen und Verlusten gekennzeichnet. Fast automatisch drängte sich den Exkursionsteilnehmern als außenstehenden Beobachtern des Phänomens Constitución die Frage auf, warum sich die Bevölkerung nach einer solchen Katastrophen erneut den Naturgefahren aussetzt und alte Flächen wie gehabt wieder besiedelt? Auch Antworten auf diese Frage wurden beim Durchqueren der Stadt schnell gefunden. Die Bewohner kehren auf ihr Eigentum an Grund und Boden zurück – insbesondere, wenn sie an Ort und Stelle wirtschaftlichen Aktivitäten nachgehen können. Das Beispiel des Fischers, der in seiner wiedererrichteten, aber nichtsdestotrotz baufälligen Hütte am Flusshafen saß und den Teilnehmern der Exkursion eine Bootsfahrt anbot, macht dies sehr schön deutlich. Ein anderes Beispiel ist sicherlich die Firma Arauco, ein Holzkonzern, der in Constitución ein Sägewerk sowie eine Papierfabrik betreibt. Da beide Anlagen von den Naturgewalten verschont geblieben waren, konnten sie den Betrieb rasch wieder aufnehmen und Teilen der Bevölkerung einen sicheren Arbeitsplatz und Einkünfte bieten. Zudem war Arauco schneller als der chilenische Staat mit materiellen und finanziellen Ressourcen in der Region am Wiederaufbau beteiligt. Holz, das im Falle eines Erdbebens eine größere Elastizität und Bruchfestigkeit besitzt als Stein, wurde denn auch zum bevorzugten Baumaterial des Wiederaufbaus.

Diese beiden Beispiele waren freilich nur zwei der auf der Exkursion behandelten und besuchten fallspezifischen Themen. Mit einer durch Gated Communities vorangetriebenen Stadtexpansion in Santiago de Chile, der Landdegradierung durch die küstennahe Schwerindustrie, einer genossenschaftlich und arbeitsteilig organisierten Agrarexportindustrie oder der staatlichen Innovationsförderung hielt Chile noch viele weitere Beispiele für die Governance von Risiken und Ressourcen parat.

Exkursion Iran im September 2011

Leitung: Prof. Dr. Hans Gebhardt, Mehdi Ebadi-Zamatkesh und Hendrik Meurs

Eine Exkursion in den Iran – geht das überhaupt? So wurden wir im Vorfeld der Planung immer mal wieder gefragt. Natürlich geht das! Allerdings war die Organisation, die Beschaffung von Visa, das Einholen von Genehmigungen zum Besuch einzelner Exkursionsziele im Land alles andere als einfach. Ohne das unermüdliche Engagement von Mehdi Ebadi-Zamatkesh und Hendrik Meurs wäre die Iran-Exkursion im September 2011 nicht möglich gewesen. Geholfen hat natürlich auch die Unterstützung von Prof. Papoli Yazdi, der verschiedene Besuchstermine (an den Universitäten Teheran, Yazd und Isfahan) für uns organisiert hat. [Alle Infos..]

Exkursion Island im August 2011

Leitung: Dipl.-Geol. Gerd Schukraft, Prof. Alexander Siegmund

Island ist mit seiner Größe von rund 100.000 Quadratkilometern so groß wie Baden-Württemberg und Bayern und hat mit einer Einwohnerzahl von 300.000 Menschen etwa die Größenordnung von Mannheim, bietet aber mit seiner geographischen Lage zwischen der Alten und der Neuen Welt und seiner Lage auf dem mittelatlantischen Rücken und über einem Hotspot ideale Bedingungen für eine Exkursion. Natürlich ist auch in einer Großen Exkursion nur ein Ausschnitt einer komplexen Welt erfahrbar, aber Island bietet für den kurzen Zeitraum von 16 Tagen ein Maximum an Geographie. Nicht nur Physische Geographie, sondern auch Siedlungsgeographie und Wirtschaftsgeographie.

Abschlussbericht zur Island-Exkursion 2011 (27,3 MB)

Exkursionsgruppe

Exkursionsgruppe Island 2011

Exkursion Kreta im Mai 2010

Leitung: Prof. Dr. Olaf Bubenzer, Dr. Christoph Siart

Kreta, die größte aller griechischen Inseln, war Ziel einer großen Exkursion von Heidelberger Studierenden im Mai 2010. Inhaltlich standen sowohl physisch-geographische (Geomorphologie, Böden, Vegetation) als auch humageographische Aspekte (Bevölkerung, Wirtschaft, Tourismus) im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung. Dabei bildeten insbesondere die bis zu 2500m hohen Gebirgszüge den thematischen Hintergrund. Bei Wanderungen durch die Samaria- und die Kritsa-Schlucht, einem Besuch der Sfendoni-Höhle und einem Stopp am Kournas-See, dem einzigen stehenden Süßgewässer Kretas, konnten die Teilnehmer/innen ihr Geo-Know-How anwenden und erweitern. Im zweiten Teil der Veranstaltung erfolgte ein Geländepraktikum in Ostkreta (Dikti Gebirge), wobei sedimentverfüllte Karsthohlformen auf Grundlage neuster Methoden untersucht wurden. Die Befunde von terrestrischem Laserscanning, geophysikalischen Messverfahren und Bohrungen lieferten einen Beitrag zur Rekonstruktion der Landschaftsgeschichte Kretas und wurden in ein derzeitiges Forschungsprojekt des Geographischen Instituts eingebettet.

Exkursionsgruppe

Exkursionsgruppe Kreta 2010

Nordküste Kretas

Blick auf die Nordküste Kretas

Karsthohlform bei Katharo

Sedimentaufschluss in einer Karsthohlform bei Katharo

Sfendoni-Höhle im Ida-Gebirge

Besuch der Sfendoni-Höhle im Ida-Gebirge

Exkursion Marokko im März 2010

Leitung: PD Dr. Oliver Sass

Im Frühjahr 2010 würde von PD Oliver Sass eine große Exkursion nach Marokko angeboten. Zwei Wochen lang waren die Studierenden im Land der Gegensätze unterwegs und haben vom Atlas bis in die Sahara, von den Königs- und Oasenstädten bis in die kleinen Berberdörfer die Vielfalt der Landschaft und Kultur kennenlernen. Thematische Schwerpunkte waren die Hydrologie, das Klima und die menschliche Nutzung in Trockengebieten, die Geomorphologie des Hohen Atlas, die Kulturgeschichte sowie die orientalische Stadt.

Impressionen aus Marokko

oben v.l.n.r.: Hoher Atlas über Marrakech, Hamada (Steinwüste)
unten v.l.n.r.: Erg Chebbi, Straße der Kasbahs

Exkursion nach Kolumbien Februar 2010

Leitung: Prof. Dr. Johannes Glückkler, Dr. Michael Handke

Im Februar 2010 reisten 18 Heidelberger Geographiestudenten zusammen mit Prof. Johannes Glückler und Dr. Michael Handke nach Kolumbien. Alexander von Humboldt hatte es ihnen im Jahr 1801 vorgemacht. Während jedoch von Humboldt vor allem die eindrucksvolle Natur und Topographie Kolumbiens erforschte und anschließend für die nach exotischen Berichten aus der Ferne durstenden Europäer in Büchern und Vorträgen medienwirksam in Szene setzte, standen auf dem zweiwöchigen Exkursionsprogramm der Heidelberger Geographen vor allem wirtschafts- und sozialgeographische Themen sowie Phänomene wirtschaftlicher Interaktion: Neugierig war man beispielsweise darauf, welchen Weg Kolumbiens Wirtschaft in der Globalisierung ginge, wie dieser Weg durch politische Maßnahmen flankiert werde und welche sozioökonomischen Entwicklungen dabei die kolumbianische Gesellschaft prägten.

Kolumbien

Von oben nach unten: Küsten- und Hochgebirgslandschaften in Kolumbien, Gruppenfoto im Nebelwald von Soldadezca; Abenteuer auf steilen Pfaden, in Hängematten oder bei der Überwindung von Distanz mit engen Bussen; Firmenbesuche auf einer Blumenfarm, bei einem Schuhhersteller und in den Werkshallen von Siemens Colombia; Verkehrswege damals und heute: Steinpfade der Tairona-Indianer, das Bussystem des Transmilenio; neue Fußgängerzone in Bogota; Straßenhändler in Cartagena de las Indias

Exkursion nach Usbekistan und Turkmenistan im Aug./Sep. 2009

Leitung: Prof. Dr. Hans Gebhardt, Dipl.-Geogr. Hendrik Meurs und Matthias Burs M.A.


Seit dem Jahr 2000 bestehen Kontakte zu wissenschaftlichen Institutionen im zentralasiatischen Staat Turkmenistan (Magtymguly-Universität und National Institute of Deserts, Flora and Fauna in Ashgabad), allerdings aufgrund der politischen Rahmenbedingungen nicht im ursprünglich geplanten Umfang. [Alle Infos..]

Exkursion in die Mongolei im August 2009

Leitung: Prof. Dr. Lucas Menzel

Wissenschaftler des Geographischen Institutes untersuchen in einem mehrjährigen Forschungsprojekt die hydrogeographischen und klimatischen Bedingungen der Mongolei. In diesem Zusammenhang fand im August 2009 eine große Exkursion mit physiogeographischem Schwerpunkt in die Mongolei statt. Die Studierenden lernten dabei verschiedene Landschaftsräume dieses kalten und trockenen Landes kennen und erhielten einen Eindruck von den weiten Grassteppen Zentralasiens. Neben allgemeinen Informationen zur Landeskunde, zum Klima, den Böden u.a. wurden aktuelle Probleme des Landes vermittelt, z.B. die Umweltauswirkungen des Erzbergbaus, die Luftverschmutzung in den Städten oder die Übernutzung der knappen Wasserressourcen. Die Exkursion schloss auch hydrologische und geländeklimatologische Geländeübungen ein. Daneben gab es vielfältige Begegnungen mit den Menschen und den kulturellen Eigenheiten des Landes, das nach wie vor stark durch Nomadismus geprägt wird.

Impressionen aus der Mongolei Impressionen aus der Mongolei Impressionen aus der Mongolei

oben: Geländeübungen im Terelj-Nationalpark, Wanderung in der Steppe,
Mitte: Exkursionsgruppe Mongolei 2009,
unten: Unterwegs im Terelj-Nationalpark

Exkursion Kapverden im März 2009

Leitung: Dipl.-Geol. Gerd Schukraft (Leiter des Labors für Geomorphologie und Geoökologie der Universität Heidelberg) und Prof. Alexander Siegmund (Pädagogische Hochschule Heidelberg)

Die gemeinsame Exkursion der PH und der Universität organisierten der Leiter des Labors für Geomorphologie und Geoökologie der Universität Heidelberg, Gerd Schukraft, und Prof. Alexander Siegmund (PH), der seit mehr als einem Jahrzehnt auf den kapverdischen Inseln forscht. Gemeinsam hatten sie die Teilnehmer der Exkursion in einem Hauptseminar intensiv vorbereitet. Eine heterogene Gruppe aus Lehramtskandidaten und Diplomstudenten der Uni sowie PH-Studenten für Sonderschulpädagogik, Realschule und Grundschule beschnupperte sich unter dem Semester noch auffallend skeptisch – gerade diese Mischung aber erwies sich vor Ort von Anfang an als absolute Bereicherung.

Impressionen aus Kapverden

Pico de Fogo

Neben Klimamessungen, vegetationskundlichen und geomorphologischen Kartierungen führte Gerd Schukraft mit den Teilnehmern verschiedene bodenphysikalische Untersuchungen mit Luftpyknometer und Doppelringinfiltrometer durch. Unbestrittener Höhepunkt für viele war allerdings die Tour auf den Gipfel des Pico de Fogo, eines bilderbuchartigen Vulkankegels in einem Kessel, der von Forschern wechselnd als Caldera und als Bergsturzrückstand angesprochen wird.
Bei den Forschungsarbeiten mit seinem Team untersucht Prof. Siegmund unter anderem, wie jüngere Klimaveränderungen und die derzeitige Nutzung das semi-aride Insel-Ökosystem der Kapverden beeinflussen – etwa, wo die landwirtschaftlichen Nutzflächen von Erosion oder Desertifikation bedroht oder betroffen sind. Sie analysieren Satellitenbilder und kombinieren diese mit Klimadaten und den Ergebnissen bodenökologischer Untersuchungen in einem umfangreichen Geoinformationssystem. Auch die Frage, wie Tourismus, Bevölkerungsentwicklung oder der hohe Anteil von Emigranten und die Intensität landwirtschaftlicher Nutzung die Verwundbarkeit („Vulnerabilität“) der Kapverden angesichts solcher Umweltveränderungen beeinflussen, treibt sie um. Auf dieser Grundlage sollen eine nachhaltige Raumplanung (z.B. beim Ausbau von Ökotourismus) entwickelt und landwirtschaftliche Nutzungskonzepte optimiert werden – dazu steht die Arbeitsgruppe auch immer wieder im Austausch mit der Regierung der Kapverden und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit.

Impressionen aus Kapverden

oben v.l.n.r.: Blick vom Pico de Fogo auf Passatwolken, Unterricht auf Fogo
unten v.l.n.r.: Santa Maria Sal, Bewässerungsversuche mit Doppelringinfiltrometer

Weitere Informationen:

Exkursion nach China im September 2008

Leitung: Prof. Dr. Hans Gebhardt, Dr. Klaus Sachs


Seit einer Reihe von Jahren hatten sich Kontakte zu chinesischen Wissenschaftlern entwickelt und hatten kürzere Lehraufenthalte von Prof. Gebhardt und Dr. Sachs in China stattgefunden. Die Geographieprofessoren Dr. Guangweng Meng und Dr. Genying Chang hatten in den letzten Jahren bei Prof. Gebhardt in Heidelberg zu wirtschaftsgeographischen Themen promoviert, die Architektin Iris Belle ist Doktorandin und wohnt seit mehreren Jahren in Bejing, zu Prof. Dr. Gang Zeng in Shanghai wurden kurzfristig nützliche Kontakte geknüpft. Diese Kontakte konnten nunmehr genutzt werden, um eine interessante und vielfältige dreiwöchige Exkursion (vom 7. – 29. September 2008) in das „Reich der Mitte“ durchzuführen, die in wesentlichen Teilen von den genannten Kollegen geplant und organisiert wurde. Dies hatte auch zur Folge, dass wir mehrfach gemeinsam mit chinesischen Studierenden auf Lehrfahrt gingen, eine interessante interkulturelle Erfahrung für beide Seiten. Dankenswerterweise fuhr auch eine chinesische Studentin, welche in Heidelberg studiert, mit und half beim Übersetzen. Begleitend zur Exkursion fand ein Hauptseminar (als Blockveranstaltung in Oberflockenbach) statt, das die Teilnehmer/innen in zentrale physisch-geographische wie humangeographische Problemlagen des Landes einführte.

Die Exkursionsgruppe im Badain Jaran

Die deutsch-chinesische Studentengruppe mit roter Exkursionsfahne in der Badain Jaran




Die Exkursion selbst umfasste ebenfalls physisch-geographische und humangeographische Themen, wobei ein Schwerpunkt auf Fragen der Stadtentwicklung und Stadtplanung lag. Im wesentlichen umfasste sie sechs Themenkomplexe:

1. Stadt- und Wirtschaftsgeographie der westchinesischen Stadt Lanzhou (Provinzhauptstadt von Gansu) mit Stadtführungen sowie Betriebsbesichtigungen (u.a. bei Petro China, einem der größten chinesischen Chemieunternehmen).

2. Fahrt durch die Oasenlandschaft längs der aus den Qilian-Shan-Bergen kommenden, in der Wüste blind endenden Nebenflüsse (Wuwei, Minqin, Jinchang) sowie durch die Badain Jaran Wüste (Autonome Provinz Innere Mongolei). Ein Höhepunkt war hier sicher die „Wüstenralley“ mit Geländewagen. Ferner Fußmarsch zu einer Gletscher in den nördlichen Qilian-Bergen bis auf 4200 m Höhe.

3. Stadtgeographische Aspekte in der chinesischen Hauptstadt Peking (touristische Nutzung der alten Hutongs, Siedlung von Wanderarbeitern, Stadtentwicklungsprojekt SOHO und Konversionsprojekt 961). Hier war ein Höhepunkt sicher der Besuch des Leichtathletik-Finales der Paralympics im Olympiastadion („Vogelnest“). Sehr eindrucksvoll war auch eine mehrstündige „Wanderung“ über die chinesische Mauer in der Provinz Hebei.

4. Besuch der europäischen „Commissions“ in der Hafenstadt Tianjin sowie einer Reihe von Projekten in den Special Economic Zones der Stadt (TEDA, Dongli Lake sowie Hafen von Tianjin).

5. Stadtgeographie von Nanjing, Zugfahrt von Nanjing nach Shanghai, und schließlich stadtgeographische Aspekte von Shanghai unter besonderer Berücksichtigung der Projekte in Pudong (Zhangjiang High Tech Industrial Park).



Chinesische Mauer + Vogelnest

Links: Die Große Mauer; rechts: Olympiastadion in Beijing


Insgesamt ergab die Exkursion ein sehr facettenreiches und dichtes Bild der unterschiedlichen Entwicklungsprozesse an der Küste und im Binnenland. Einzig gewisse Sprachschwierigkeiten mit dem Englischen verhinderten mitunter, dass auch wirklich alle spannenden Informationen unserer chinesischen Kollegen bei den deutschen Studenten ankamen. Aber dies tat, in Verbindung mit den zahlreichen Essenseinladungen und weiteren gemeinsamen Aktivitäten mit unseren chinesischen Gastgebern, dem Spaß an der Exkursion keinen Abbruch.

Exkursion in die Alpen im Oktober 2008

Leitung: PD Dr. Hans-Jörg Barth

Wie schon mehrere Jahre zuvor, fand auch im Oktober 2008 eine 14-tägige Exkursion in die von den meisten Studierenden wohlbekannte, aber dennoch immer wieder neu faszinierende Alpenregion statt. Unter der Leitung von PD Dr. Hans-Jörg Barth begann die große Exkursion mit 17 Studieren den und zwei Kleinbussen in Kempten. Nach einem stadtgeographischen Überblick ging es zum Hohen Ifen und über das Gottesackerplateau, wo die Spuren der Verkarstung bewundert wurden. Danach fuhr die Gruppe zum Lechfall und mit einem kurzen Stopp im Skiort Sölden weiter ins Unizentrum Obergurgel (Ötztal, Österreich). Bei mehreren Wanderungen in diesem Gebiet wurden Themen zur Geologie, Mineralogie, Vegetation, Glaziologie, aber auch zum Skitourismus besprochen. Am Granatkogel gab es ferner die Möglichkeit, seine Sammlung um einzelne Granate und Granatperidotite zu erweitern und einen kleinen Gletscher zu bewundern.
Im Anschluss führte die Reise weiter in das Oberengadin in die Schweiz. Highlights waren hierbei die Hüttenübernachtung in der Diavolezza-Hütte (unterhalb des Piz Palü) in knapp 3000 m Höhe und insbesondere der Abstieg über den Morteratschgletscher, der von einem lokalen Bergführer begleitet wurde. Nach einem Abstecher in St. Moritz folgte eine zweitägige Wanderung im Corvatsch Ski- und Wandergebiet (südliches Engadin), wonach schließlich die Fahrt nach Italien angetreten wurde. Nachdem die schöne Aussicht während der vorangegangenen Tage auch hin und wieder von Nebel, Schnee und Regen getrübt war, freute sich die Truppe umso mehr, das milde Klima am Gardasee zu genießen. Während die verkehrsgeographischen Aspekte im learning-by-doing-Verfahren abgehandelt wurden, gab es ferner auch theoretische Ausführungen zur Geomorphologie, Geologie und Genese des Sees.
Die letzte Station der Exkursion führte die Gruppe in die Dolomiten, wo eine abenteuerliche Wanderung im Schneesturm in der Lavarellahütte (Naturpark Fanes-Sennes-Prags) ihr Ende fand. Nach einer letzten Hüttenübernachtung und dem Abstieg in einer sonnigen Schneelandschaft wurde schließlich der Rückweg nach Heidelberg angetreten.

Impressionen aus den Alpen Exkursionsgruppe

o. l.: Morteratschgletscher, o. r.: Blick auf den Piz Palü, unten: Exkursionsgruppe

Exkursion in den Jemen im August/September 2007

Leitung: Prof. Dr. Hans Gebhardt, Prof. Dr. Nasim Barham und Leila Mousa M.A.


Nach 9 Jahren Pause stand im September 2007 endlich wieder eine Jemen-Exkursion auf dem Programm. Sie fand statt vom 18. August bis 11. September 2007 und führte in alle Landesteile, welche im Jahr 2007 bereist werden konnten (also nicht in den äußersten Norden und den Osten des Landes mit den Weihrauchstädten Marib, Shabwa etc., auch nicht in die Region Sadah). Organisiert und betreut wurde die Studienfahrt von Prof. Nasim Barham (Universität of Jordan in Amman, Jordanien), der für ein Jahr als Gastprofessor am Geographischen Institut der Universität tätig gewesen war und zum Ende seiner Tätigkeit nochmals mit den Heidelberger Studierenden auf Fahrt ging, von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Leila Mousa und Prof. Gebhardt. Im Land selbst nahmen wir wieder die Dienste des bewährten Reiseunternehmens ATG (früher YATA, Yemen Arab Travel Agency) in Anspruch, welche uns sechs Geländewagen, Zelt- und Kochausrüstung sowie kundige und sehr nette Fahrer bereit stellte. Saleh al Amar, der Chef-Fahrer und Guide hat dabei entscheidend zum Gelingen der Fahrt beigetragen.

Die Exkursionsgruppe im Jabal Haraz

Die Exkursionsgruppe im Jabal Haraz




Neben den großen Städten des Landes – der Hauptstadt Sana, den Küstenstädten Al Hudaydah, Aden und Al Mukhalla und der südlichen Großstadt Taizz – standen alle wichtigen Landschafts- und Kulturräume auf dem Programm. Das westliche Hochland wurde auf Routen von Sana über Kawkaban, At Tawilah, Al Mahwit und auf schwieriger Piste von Al Mahwit über Kuhlan nach Hajjah durchquert. In der Gebirgs- und Küstentihamah besuchten wir die teilweise stark verfallenen alten Küstenstädte Al Luhaiya und Al Mukha. Von Hochplateau der Hujjariyah ging es in steilen Serpentinen hinunter über die ehemalige Grenze zwischen Nord- und Südjemen nach Aden. Auch das Hochland des Jol, das wunderschöne Wadi Doan und das eindrucksvolle Wadi Hadramaut waren Ziele der Exkursion. Fußwanderungen im Haraz-Gebirge, am Jabal Sayyani sowie im Ge biet des Jabal Bura gehörten ebenso zum Programm wie der Besuch einer Reihe von ländlichen Wochenmärkten.

Blick auf Sana + Wadi Doan

Links: Wadi Doan; rechts: Blick auf Sana



Zwischen die Fahrten in verschiedene Landesteile waren Informationsbesuche eingeschoben, u.a. bei der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ. Dr. Renger), welche derzeit Projekte zur Wasserversorgung im Jemen durchführt, oder ein vergnüglicher Nachmittag bei der jemenitisch-deutschen Freundschaftsgesellschaft. Während der Fahrt trafen wir auch einige Male auf eine Reisegruppe, welche von dem wohl besten deutschen Jemen-Kenner, Prof. Kopp aus Erlangen, geleitete wurde. Wir haben allen besuchten Institutionen, aber auch zahlreichen Menschen in den Dörfern im Land herzlich für ihre Gastfreundschaft zu danken, welche den Besuch in arabia felix wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.

Exkursion nach La Réunion im September 2006

Leitung: Prof. Dr. Bernhard Eitel

Impressionen aus Le Réunion

Blick in den Cirque de Mafate

Thematisch standen sowohl physiogeographische Inhalte, wie Geomorphologie, Bodengeographie, Klimatologie und Vegetationskunde, als auch anthropogeographische Charakteristika, wie Siedlungsgeschichte, Bevölkerungsstruktur, Landwirtschaft oder Tourismus im Mittelpunkt.
Die Reiseroute führte von St. Denis, der Inselhauptstadt, zunächst durch den nördlichen Teil von La Réunion, wobei unter anderem die Küstenorte, der Cirque de Mafate und der Cirque de Salazie auf dem Programm standen. Zweiter Hauptstandort war Le Baril, von wo aus der südwestliche und südöstliche Küstenabschnitt angesteuert werden konnte. Schließlich verweilte die Gruppe auf der Plaine des Cafres, einer Hochebene im zentralen Bereich des Eilands. Insbesondere die spektakuläre Besteigung des derzeitig aktiven Vulkans Piton de la Fournaise dürfte allen Exkursionsteilnehmern zweifellos in besonderer Erinnerung bleiben. Zum Ende des zweiwöchigen Aufenthalts fand man sich schließlich wieder in St. Denis ein, von wo aus die Heimreise angetreten wurde.

Impressionen aus Le Réunion

links: Korallenriffküste bei St. Gilles les Bains; rechts: Piton de la Fournaise

Impressionen aus Le Réunion

Plaine des Cafres

Impressionen aus Le Réunion

Exkursionsgruppe La Réunion 2006

Weitere Informationen: Abschlussbericht

Exkursion nach Georgien im September 2006

Leitung: Prof. Dr. Hans Gebhardt, Prof. Dr. W. Werner und Tamara Demetrashvili


Vom 2. September – 16. September 2006 fand eine große Auslandsexkursion nach Georgien statt. Sie wurde gemeinsam mit dem Physiogeographen Prof. Werner aus Heidelberg und der georgischen Geographin Tamara Demetrashvili durchgeführt. Zahlreiche Familienmitglieder von Tamara sowie Mitarbeiter bzw. Studierende des Geographischen Instituts in Tbilissi unterstützen die Studienfahrt in einem derzeit touristisch noch kaum (bzw. nach der politischen Wende noch nicht wieder) erschlossenen Reiseland.


Georgien

Links: Verkehrsmittel in Georgien; rechts: Der Kasbek in Wolken


Die Exkursion führte in alle natur- wie kulturgeographisch sehr unterschiedlichen Regionen des Landes. Neben stadtgeographischen Themen in Tbilissi und der Küstenstadt Batumi standen Wanderungen im Kleinen und Großen Kaukasus sowie Besuche im Grenzgebiet zu Aserbaidschan auf dem Programm. Im einzelnen führten uns die Touren zur Geburtsstadt Joseph Stalins nach Gori, in den traditionellen Badeort Borjomi im Kleinen Kaukasus, nach Abastumani und entlang der türkischen Grenze in die Region Adscharien bis an die Küste bei Gonio. Auf der Rückfahrt vom Schwarzen Meer standen die Industriestadt Poti sowie Kutaissi und weitere Themen auf dem Programm. Die Fahrt über die grusinische Heerstraße zur georgisch-russischen Grenze hinter der Darjal-Schlucht führte eindrucksvoll die russische Grenzblockade vor Augen. Kein Fahrzeug war auf der sonst belebten und wichtigen Straße zu sehen. Der geplante Aufstieg zum Kasbek musste aufgrund des schlechten Wetters leider ausfallen. Die letzte Etappe der Exkursion war der Ostregion Georgiens, dem Weinland Kachetien gewidmet. Neben der Besichtigung einer Weinfabrik standen hier verschiedene Ausflüge von unserem Standquartier in Sagaredzo auf dem Programm, u.a. zum östlichen christlichen Kloster David Garedscha an der Grenze zu Aserbaidschan sowie zu archäologischen Ausgrabungen, welche von der Universität Tübingen durchgeführt werden.


Georgien

Links: Georgier mit deutschem Professor; rechts: Tänze am Abschiedsabend


Die Exkursion durch Georgien unterschied sich von anderen Auslandsexkursionen vor allem dadurch, dass wir überwiegend in Privatquartieren untergebracht waren (die alten sowjetischen Hotels sind meist von Flüchtlingen aus Abchasien belegt) und dabei die überwältigende georgische Gastfreundschaft kennenlernen durften. So war für Essen und natürlich auch Trinken (des georgischen Weines) bestens gesorgt und wir haben den zahlreichen Familien und Kollegen, bei denen wir untergebracht waren, für ihre überaus großzügige Hilfe herzlich zu danken.


Projektseminar/Studienfahrt nach Thailand und Laos im Februar 2006

Leitung: Prof. Dr. Hans Gebhardt, Dipl.-Geogr. Annika Mattissek und Warangkana Thawornwiriyatrakul, M.A


Im Rahmen eines dreiteiligen Projektseminars zum Thema „Tourismuskonzept Nordostthailand” fanden in der Zeit vom 18. Februar – 4. März 2006 an verschiedenen Standorten in Nordostthailand Kartierungen sowie Befragungen statt. Vorbereitet wurden diese Erhebungen durch einige Seminartage Ende 2005 sowie ein Auswertungsseminar im SS 2006.


Thailand/Laos

Links: Pilzfelsen; Mitte: Die Praktikumsgruppe in Laos; Rechts: That Luang in Vientiane


Die Praktikumstage hatten zum Ziel, für die touristisch noch kaum erschlossene Nordostregion Thailands, den sogen. ISAN, ein Tourismuskonzept zu entwickeln, das einerseits die landschaftlichen und kulturhistorischen Potentiale der Region (Mekong, Petchabun-Berge, Khmer-Kultur, Dinosaurierfunde etc.) für den internationalen Tourismus in Wert setzen und andererseits Erscheinungen des Massentourismus mit ihren Auswüchsen („Besichtigungsdörfer” von Bergstämmen in Nordthailand, Bade- und Sextourismus in Südthailand) vermeiden sollte. Im Rahmen des Projektes wurden Expertengespräche mit Mitarbeitern der Universität Khon Kaen geführt, es fanden diverse Besichtigungsfahrten statt (u.a. zu den Seidenweberei-Dörfern bei Chonnabot, in den Nam Nao Nationalpark, zu verschiedenen Staudämmen, zu den Pilzfelsen und dem Buddhapark bei Nong Khai sowie zu einem „Dinosaurierpark”. Befragungen von Touristen fanden in der thailändischen Grenzstadt Nongkhai sowie der laotischen Hauptstadt Vientiane statt. Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme touristischer Highlights sowie der Befragungsrunden wurden im Rahmen der dritten Phase des Projektseminars ausgewertet und daraus ein Entwicklungskonzept für Nordostthailand entwickelt.


Begleitet und unterstützt wurden die Erhebungen vor Ort von der thailändischen Doktorandin Warangkana Thawornwiriyatrakul, M.A, von Prof. Dr. Sekson Yongvanit sowie Prof. Prasit Kunurat von der Faculty of Humanities der Universität Khon Kaen.

Exkursion nach Slowenien und Kroatien im Juli 2005

Leitung: Prof. Dr. Hans Gebhardt, Prof. Dr. Reinhard Henkel, Dr. Julia Lossau, Dipl.-Geogr. Holger Köppe


Thailand/Laos

Die Exkursion in die beiden Nachfolgestaaten des früheren Jugoslawien war durch zwei Vorbereitungsfahrten im Frühjahr 2004 und 2005 vorbereitet worden, eine große Hilfestellung bot Prof. Dr. Reinhard Henkel, der als DAAD-Langzeitdozent in Zagreb tätig ist. Mit seiner Hilfe konnten zahlreiche slowenische und kroatische Kollegen für die (Mit-)gestaltung der Exkursion gewonnen werden.
Die Exkursionsroute führte zunächst durch Slowenien. War starteten in Kranjska Gora mit einem Rundgang durch den Touristenort, es folgte ein Spaziergang/Wanderung Richtung Vrisic-Paß (Thema Triglav Nationalpark, Geologie und Morphologie, jüngere Geschichte). Am nächsten Tag ging es weiter über Bled und den Wocheiner See nach Skofja Loka (Rundgang) und schließlich nach nach Ljubljana (Stadtgeographie von Ljubljana, Fahrt in die Umgebung). In einer Tagesexkursion von Ljubljana aus wurde ein Profil quer durch die Natur- bzw. Kulturräume des Landes gelegt (Skocjanske Jama, Lipica, Burg Socerb, Piran, Rückfahrt nach Ljubljana).
Der Exkursionsteil in Kroatien begann mit der Fahrt nach Zagreb (Stadtgeographie von Zabreb), es folgte ein Tagesausflug zur jüngeren politischen Geographie (Sisak, ehemalige Kriegsgebiete 1991 bis 1995 – Banovina), dann die Weiterfahrt nach Karlovac. Ein landschaftliches Highlight bildeten am folgenden Tag die Plitwitzer Seen. Die Exkursion führte weiter durch die Lika und das stark verkarstete Küstengebirge (mit einer Fußwanderung ausgehend von Krasno). Letzte Station bildete die Küstenstadt Zadar und eine Schiffsexkursion zum Nationalpark Kornati. Die Rückfahrt führte von Zadar über die Autobahn nach Rijeka – Triest – Bozen, Rückfahrt nach Heidelberg.

Exkursion/Studienfahrt nach Südbrasilien im September/Oktober 2004

Leitung: Profa. Dra. Cicilian Luiza Löwen Sahr (Staatsuniversität Ponta Grossa, Paraná) und Prof. Dr. Wolf-Dietrich Sahr (Bundesuniversität von Paraná)


Die große Südbrasilien-Exkursion wurde ganz wesentlich von den Professoren Dr. Cicilian Luiza Löwen Sahr (Ponta Grossa) und Prof. Dr. Wolf-Dietrich Sahr (Curitiba) gestaltet. Beide waren im Rahmen einer Gastprofessur bzw. einer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im SS 2003 bzw. im WS 2003/2004 in Heidelberg tätig gewesen und hatten daher die Veranstaltung im Rahmen eines unbezahlten Lehrauftrags angeboten.
Thematisch stand die regionale Geographie Südbrasiliens, insbesondere die Geschichte der Einwanderung und Erschließung sowie die Multikulturalität der Gesellschaft (mit portugiesischen, deutschen, italienischen, polnischen, brasilianischen, holländischen, japanischen, libanesischen etc. Einwanderergruppen) im Vordergrund.


Südbrasilien

An den Iguacu-Wasserfällen


Die Reiseroute führte von Curitiba, der Hauptstadt von Paraná, zunächst mit dem Zug durch die Mata Atlantica in die Küstenebene, sodann Richtung Westen über die verschiedenen Höhenstufen (Planaltos) nach Ponta Grossa und weiter in die erst in den 1960er Jahren entstandene Universitätsstadt Maringa. Dort nahmen die Studierenden an einem Symposium zur deutschen geographischen Forschung in Lateinamerika teil. Fahrten von Maringá aus führten uns die Problematik großbetrieblichen Landwirtschaft wie umgekehrt der Landlosen in Brasilien vor Augen. In der weit im Westen, in der Nähe der Grenze zu Paraguay gelegenen Universitätsstadt Maréchal Candido Rondon wurden wir herzlich von den dortigen Geographen/innen aufgenommen und die folgenden Tage zu einigen Exkursionshighlights wie den Iguacu-Wasserfällen und den Itaipu-Wasserkraftwerken sowie zu Gaucho-Tänzen und Guarani-Indianern begleitet. Die letzte Phase der Exkursion war dem „deutschen“ Brasilien im Süden von Paraná und in Santa Catarina mit Besuch des „Oktoberfests“ in Blumenau und zwei Tagen im südlichen Florianopolis gewidmet.


Südbrasilien

Links: Guarani-Indianer; rechts: Oktoberfest in Blumenau


Highlights der Exkursion waren sicher die Begegnung mit sehr unterschiedlichen Gruppen und Menschen in Brasilien, seien es die in afrikanischer Tradition stehenden Zeremonien eines Candomblé, der Besuch eines ukrainisch-orthodoxen Gottesdienstes in Prudentopolis, die Fahrt zu einer von der Landlosenbewegung (Movimento sem terre) besetzten Fazenda, der sonntagnachmittägliche Besuch in einem Reservat der Guarani-Indianer oder auch die schrille Inszenierung des „deutschen“ Oktoberfests in Blumenau. Aufgrund der sehr engagierten Organisation des Ehepaars Sahr wurden wir praktisch von Universität zu Universität, von einem brasilianischen Gastgeber zum nächsten weitergereicht und hatten dadurch ein sehr dichtes, informatives und authentisches Exkursionsprogramm.


Exkursion/Praktikum in den Libanon, nach Jordanien und auf die Sinai-Halbinsel im September 2004

Leitung: Dr. Heiko Schmid, Dr. Kai Boldt und Marco Lechner


Geographische Exkursionen in die Staaten des Vorderen Orients werden von der Abteilung Anthropogeographie mit einer gewissen Regelmäßigkeit alle paar Jahre angeboten, so 1998 in den Jemen oder 1999 nach Syrien/Libanon. Die letzte „Lehrfahrt“ im September 2004 nach dem Libanon, Jordanien und der Sinai-Halbinsel war allerdings die erste, welche gleichgewichtig ein Programm in Physischer wie in Humangeographie verwirklichte. Das Interesse des neu nach Heidelberg berufenen Kollegen Glaser und seine Kontakte zu Jordanien und Ägypten boten hierzu den Anlass. Aus persönlichen Gründen konnte er nicht selbst mitfahren, er wurde von seinen Mitarbeitern Dr. Kai Boldt und Marco Lechner vertreten. Das Heidelberger Team wurde überdies ergänzt durch Wissenschaftler vor Ort; zu danken haben wir hier besonders Herrn Kollegen Prof. Dr. Nasim Barham vom Geographischen Institut der University of Jordan in Amman, Dr. Stephan Weber vom Orient-Institut der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft sowie den im Herbst 2004 im Libanon mit ihrer Dissertation bzw. ihren Abschlussarbeiten befassten Heidelberger Geographen/innen Oliver Kögler, Simone Ulrich und Leila Moussa, welche über ihre Untersuchungen vor Ort berichteten oder einzelne Programmpunkte organisierten.
Wesentliche Programmpunkte und Highlights im Libanon waren der Wiederaufbau der im libanesischen Bürgerkrieg teilweise zerstörten Hauptstadt Beirut, eine ganztägige Wanderung im Libanongebirge, Fahrten in die Bekaa-Ebene und den malerischen Suq von Tripoli (mit Kartierung im Rahmen eines Praktikumstages), insbesondere aber die Fahrt zur UN-Friedenstruppe im Südlibanon, der bis 2000 israelisch besetzt war, sowie ein Besuch bei der United Nations Relief and Works Agency in Beirut mit einem Rundgang durch die Palästinenserlager Shatila oder Burj al-Barajneh.


Vorderer Orient

Studierende als Statuen in den Trümmern von Baalbek/Libanon


In Jordanien begleitete uns Prof. Barham in den Norden des Landes (UmmQuais mit Blick auf die israelisch besetzten Golanhöhen) und durch das Jordantal, zum Bad im Toten Meer und natürlich durch die Hauptstadt Amman. Weiter ging die Fahrt zum nabatäischen Weltkulturerbe Petra und das durch Lawrence of Arabia berühmt gewordene Wadi Rum, das wir mit Geländewagen erkundeten.


Vorderer Orient

Die Exkursionsgruppe im Wadi Rum


Von der am Roten Meer gelegenen Hafenstadt Akaba brachte uns eine Fähre auf die Sinai-Halbinsel. Exkursionshöhepunkte hier waren der Besuch des Katharinenklosters und des Naturparks Ras Muhammed an der Südspitze der Halbinsel sowie natürlich das Korallentauchen am Roten Meer.


Exkursion nach Dänemark, Südschweden und Norwegen im Juli/August 2003

Leitung: Prof. Dr. Hans Gebhardt, Dr. Hans-Joachim Rosner (Universität Tübingen)


Skandinavien

Links: Am Prekestolen; rechts: Fjärland Gletschermuseum


Die Exkursion war in gewisser Weise eine Wiederholung einer bereits im SS 1995 gemeinsam mit Herrn Dr. Rosner durchgeführte Norwegen-Exkursion für das Geographische Institut der Universität Tübingen. Diesmal fuhren sowohl Studierende der Universität Tübingen wie der Universität Heidelberg mit, begleitet wurde die Lehrfahrt überdies durch eine Professorin für Skandinavistik der Universität Tübingen (Prof. Würtz). Sie hatte zum Ziel, in gleichem Maße in physisch-geographische wie humangeographische Inhalte einzuführen und Lehrinhalte auch über Wanderungen einzuführen. Im einzelnen führte die Exkursion von Dänemark (Roskilde, Kopenhagen) und Südschweden (Malmö, Lund, Agrarlandschaft Schonen) nach Südnorwegen (Oslo, Weiterfahrt Hallingdal, Hemsedal, Sognefjord, Fußwanderung Jostedalsbreen, Bergen, Hardangerfjord und Hardangervidda, Haugesund, Erdölwirtschaft und Aluminiumindustrie, Stavanger, Bootsfahrt durch den Lyssefjord, Setesdal, Christiansand), Rückfahrt durch Jütland/Dänemark.

Exkursion/Studienfahrt nach Thailand und Laos, Juli/August 2001

Leitung: Prof. Dr. Hans Gebhardt, Prof. Dr. Paul Reuber


Thailand/Laos

Diese Studienfahrt wurde als "Graswurzel-Exkursion", d.h. ohne vorbestellte Quartiere und vorbestellte Fahrzeuge, vielmehr mit individueller Organisation vor Ort durchgeführt. Die Studierenden (wie Dozenten) suchten sich zur Übernachtung jeweils selbst geeignete guest houses aus, vor Ort wurden dann auch Programm und Verkehrsmittel für den nächsten Tag organisiert. Besonders bei den benutzten Verkehrsmitteln war die Vielfalt groß: öffentliche Busse und Tuk-Tuks bei der Fahrt zum höchsten Berg Thailands, dem Doi Inthanon, selbstgesteuerte Geländewagen auf der Fahrt durch Phuket, Schiff und Speedboat bei der Fahrt nach Phi-Phi-Island und die tropische Karstlandschaft von Phangan, Fahrradtour durch die laotische Hauptstadt Vientiane, Minibusse und der nichtklimatisierte Zug, der uns in 8 Stunden von Bangkok nach Khon Kaen brachte usw. All dies war natürlich in der tropischen Hitze anstrengend, aber brachte doch eine intensivere und selbstständigere Auseinandersetzung mit den beiden Ländern Thailand und Laos mit sich, als es eine Busexkursion vermocht hätte. Höhepunkte der Exkursion waren sicher die Übernachtung im Ferienhaus unseres thailändischen Kollegen Prof. Prasit Kunurat in den Petchabun-Bergen und die Fahrten längs des Mekong in Thailand und Laos.


Thailand/Laos

Links: Nagaschlangen; rechts: Wasserbüffel

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