Universitätssiegel
Projektdetails
Förderung: Heidelberg Karlsruhe Research Partnership (HEiKA) (2017-2018)
 
Durchführung
Arbeitsgruppe Planung: Jun.-Prof. Dr. Anna Growe und Madeleine Wagner, Universität Heidelberg

Arbeitsgruppe Politik: Prof. Dr. Jale Tosun und Nicole Schmidt, Universität Heidelberg

Arbeitsgruppe Bürger: Dr. Christoph Mager und Nina Kiese, KIT

Arbeitsgruppe Ökosystembewertung: Prof. Dr. Stefan Norra, KIT
 

Forschungsprojekt

Grün- und Freiflächen in urbanen Regionen

Bewertung und Wahrnehmung von Grün- und Freiflächen in urbanen Regionen im Kontext von Klimaschutz und Klimaanpassung (GREIF)

Hintergrund des Projektes

Der Klimawandel stellt eine zentrale Herausforderung für urbane Gesellschaften dar. Um dieser Herausforderung planerisch zu begegnen, werden Klimaschutzstrategien (Vermeidung) und Klimaanpassungsstrategien (Adaption) entwickelt, die unmittelbare Auswirkungen auf räumliche Strukturen und damit auch auf die gesellschaftliche Organisation von Städten und Regionen haben. Die Umsetzung dieser Strategien führt allerdings häufig zu Raumnutzungskonflikten im Mehr-Ebenen-System räumlicher Governance von Stadtregionen. Diese Konflikte sind – unter anderem – auf unterschiedliche Bewertungen und Wahrnehmungen innerhalb von und zwischen verschiedenen Akteursgruppen (Verwaltung, Politik, Bürgerschaft) zurückzuführen.

Eine substantielle Weiterentwicklung bestehender Arbeiten erfolgt in diesem Projekt durch die integrierte, interdisziplinäre und multiperspektivische Bearbeitung des Themas, welche die komplementären Stärken von Forschungsschwerpunkten der Universität Heidelberg (Raumplanung und politische Konfliktforschung) und des KIT (Ingenieurwissenschaftlich-sozioökologische Bewertung) verbindet.

Ziele des Projekts

Ziel des Projektes war es, Bewertungs- und Wahrnehmungskonflikte bei der Abwägung zwischen Klimaschutzstrategien und Klimaanpassungsstrategien im Mehr-Ebenen-System zu identifizieren und gemeinsam mit Praktikern aus der Planung aufzuarbeiten.

Vor diesem Hintergrund wurde in dem Projekt die Bewertung und Wahrnehmung von ausgewählten Grün- und Freiflächen in der Metropolregion Rhein-Neckar analysiert und folgende Fragen wurden beantwortet:

  1. Welche Raumnutzungskonflikte im Spannungsfeld von Klimawandel und Klimaanpassung sind auf welcher Maßstabsebene relevant?
  2. Wie nehmen unterschiedliche Akteursgruppen Freiraumqualitäten und Raumnutzungskonflikte wahr und wie verhandeln sie mögliche Differenzen?
  3. Wie sehen Lösungsstrategien zur Bewältigung von Kommunikations- und Raumnutzungskonflikten aus und wie kann deren Akzeptanz durch die unterschiedlichen Akteursgruppen erhöht werden?
Kooperation mit dem Verband Region Rhein-Neckar

Im Rahmen des Forschungsprojektes wurde mit dem Verband Region Rhein-Neckar kooperiert. Gemeinsam wurde die Bedeutung der regionalen Freiraumstruktur für die Weiterentwicklung der Metropolregion Rhein-Neckar diskutiert. Anlass für die Kooperation war die aktuell im Verband Region Rhein Neckar bearbeitete Weiterentwicklung der Freiraumstruktur im Landschaftskonzept 2020+. Darüber hinaus wurde gemeinsam ein Projekttisch ausgerichtet.

Projekttisch „Klimaschutz und Klimaanpassung“ mit Akteuren aus der Praxis

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes wurden nicht nur durch Vorträge auf wissenschaftlichen Fachtagungen präsentiert. Ein besonderes Anliegen war auch die Vermittlung der Ergebnisse nach außen. Hierbei wurde ein Projekttisch zum Thema „Klimaschutz und Klimaanpassung“ mit Akteuren aus der Praxis veranstaltet, der auf positive Resonanz stieß. Die Ergebnisse aus allen Arbeitsgruppen wurden hierbei Vertretern des Verbands Region Rhein-Neckar, des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein sowie auch Klimaschutzmanagern, Verwaltungsangestellten und Bürgermeistern der Metropolregion präsentiert. Neben den einzelnen Ergebnissen aus den qualitativen leitfadengestützten Experteninterviews mit Politikern und Verwaltungsangestellten, stieß hierbei die Bewertung der Grün- und Freiflächen durch die Methode der Ökosystemdienstleistungsanalyse auf reges Interesse durch die anwesenden Akteure aus der Praxis.

Mit dem Projekt verbundene weitere Forschungsarbeiten

Aus dem Projekt heraus entstand eine Masterarbeit und eine Kooperation bei der Erarbeitung einer Promotionsschrift, die in der Umweltphysik der Universität Heidelberg und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg erstellt wurde:

  • Masterarbeit von Franziska Becker: Multifunktionale Retentionsflächen in ausgewählten Kommunen der Metropolregion Rhein-Neckar. Eine Klimaanpassungsstrategie zur Minderung von Raumnutzungskonflikten in Ballungsgebieten? (Erstgutachterin: Jun.-Prof. Dr. Anna Growe, Zweitgutachter: Dr. Christoph Mager)
  • Promotion von Kathrin Leutz: Klimawandel an öffentlichen Plätzen der Stadt Heidelberg. Transdisziplinäre Herausforderungen urbaner Räume (Erstgutachter: Prof. Dr. Werner Aeschbach (Umweltphysik Heidelberg), Prof. Dr. Alexander Siegmund (Pädagogische Hochschule Heidelberg), Prüfer: Jun.-Prof. Dr. Anna Growe; Prof. Dr. Olaf Bubenzer (Physische Geographie Universität Heidelberg))

Aus dem Projekt entstandene Fachvorträge
  • Growe, A./Mager, Ch.: What you see is what you get: die Wahrnehmung von materiellen Räumen in Planungsprozessen. Tagung Neue Kulturgeographie 15 – Materie, Materialien, Methoden, 25.-27. Januar 2018 in Freiburg.
  • Growe, A./Wagner, M.: Grüne Infrastruktur im Spannungsfeld von Klimaschutz und Klimaanpassung – Eine Analyse der Wahrnehmung von Konflikten durch Akteure im Mehr-Ebenen-System der Planung. Dortmunder Konferenz 2018, 05.-06. Februar 2018 in Dortmund.
  • Growe, A.: Wer, Wie, Was? Flächennutzungskonflikte und deren Wahrnehmung durch Planung, Politik und Bürger bei der Bewältigung des Klimawandels in polyzentralen Stadtregionen. Arbeitskreistreffen Stadtzukünfte, 02.-03. März 2018 in Münster.
  • Kiese, N./Mager, Ch.: Urban green and open spaces under pressure: The potential of ecosystem services supply and demand analysis for mediating planning processes in the context of climate change. Real Corp 2018, 04.-06. April 2018 in Wien.
  • Growe, A./Schmidt, N.: Metropolregionen als Handlungsräume im Klimawandel, Heidelberger Brücke, 04. Juni 2018 in Heidelberg.
  • Schmidt, N.: To Mitigate or to Adapt: Perceptions and Attitudes of Local Actors towards Green and Open Spaces in Urban Regions. IPAA – IWPP, 26.-28. Juni 2018 in Pittsburgh (USA).
  • Schmidt, N./Growe, A.: Political-Administrative Interactions in Urban Regions: The Case of Green Spaces in Rhein Neckar. Spaces & Flows: Ninth International Conference on Urban and ExtraUrban Studies. Mobilities in the Global North and South – Critical Urban and Global Visions, 25.-26. Oktober 2018 in Heidelberg.
Aus dem Projekt entstandene Veranstaltungen

Projekttisch “Klimaschutz und Klimaanpassung in der Metropolregion Rhein-Neckar” veranstaltet in Kooperation mit dem Verband Region Rhein-Neckar am 12. April 2018 in Heidelberg.

Aus dem Proejekt entstandene Veröffentlichungen
zum Seitenanfang/up