Universitätssiegel
Aktuelle Angebote
 

Exkursionen


Große Exkursionen Mittlere/kleine Exkursionen

2018: Nordspanien

Prof. Dr. Johannes Glückler, Regina Lenz im April 2018

Gruppenbild

Gruppenfoto (Quelle: Johannes Glückler)

Vom 8. bis 21. April 2018 fand die Große Exkursion Nordspanien mit 16 Studierenden unter der Leitung von Johannes Glückler und Regina Lenz statt. Die Exkursion stand unter den übergreifenden Fragestellungen, wie unterschiedliche regionale Ökonomien auf die gravierende Wirtschaftskrise seit 2008 reagieren, welche regionalpolitischen Strategien die Regionen verfolgen und wie sowohl exogene Bedingungen (z.B. europäische Regionalförderung) als auch endogene Dynamiken (z.B. Innovations- und Gründerinitiativen) die spezifischen Entwicklungspfade der nordspanischen Regionen prägen. Der Verlauf der Exkursion durch sieben Regionen (Katalonien, Aragonien, La Rioja, Kastilien und León, Asturien, Kantabrien und spanisches Baskenland) erlaubte es, diese Unterschiede innerhalb der Großregion „Nordspanien“ kennenzulernen und die einzelnen Regionen untereinander zu vergleichen.

So verdeutlichten beispielsweise Vertreter der Handelskammern und Wirtschaftsförderungsgesellschaften in Bilbao (Baskenland), Barcelona (Katalonien) und Zaragoza (Aragonien) die verschiedenen Ziele und Vorgehensweisen ihrer jeweiligen Organisationen im Rahmen der Exportförderung und Anlockung externer Investoren. Auch der Gegensatz zwischen den technologieorientierten Startup-Szenen von Metropolen wie Barcelona und den landwirtschaftlich geprägten Peripherien wie Kastilien-León wurde deutlich. Neben den Besuchen von Automobil- und Logistik-Clustern in Zaragoza, sowie dem Surf Cluster in San Sebastián und der größten Genossenschaft Spaniens (Mondragón Kooperative) widmete sich die Exkursion auch den Themen der Tourismusförderung (z.B. in La Rioja und Kantabrien), Nachfolgen in Familienunternehmen (z.B. im Baskenland), Forschung und Entwicklung im Bereich Lebensmittel und Gastronomie (z.B. im Basque Culinary Center), sowie regionalen Produktionssystemen im Vergleich zwischen Wein (La Rioja) und Sidra (Apfelschaumwein) in Asturien. Durch Besuche bei Unternehmen, Bürgermeistern und Vertretern der Lokalregierungen wurden die unterschiedlichen Blickwinkel, Interessen und Initiativen der einzelnen Akteure zu diesen Themen deutlich.

Ein weiterer thematischer Schwerpunkt lag auf den Möglichkeiten regionaler Entwicklung und Entrepreneurship-Förderung, den Effekten europäischer Kohäsions- und Regionalpolitik und den Folgen des Strukturwandels in ehemals von Schwerindustrie geprägten Regionen wie beispielsweise Asturien. Durch die Besichtigung von Technologieparks in Asturien und dem Baskenland konnten auch hier verschiedene Transformationsstrategien von Orten wie Langreo oder Avilés verdeutlicht und mit lokalen Experten diskutiert werden. Natürlich behandelte die Exkursion an den verschiedensten Stellen auch die Wirtschaftskrise von 2008 und ihre Bedeutung und Effekte. Ein solcher Effekt ist die Entstehung und Ausweitung alternativer Ökonomien, z.B. in Form von Zeitbanken, in denen Mitglieder geldlos gegenseitig Leistungen tauschen und sich organisieren.

Durch die Besuche in sowohl asturischen als auch baskischen Sidrerías und der Teilnahme am spanischen Tapas-Essen konnten die Teilnehmer auch die Kultur Nordspaniens aus erster Hand erfahren – ebenso wie die verschiedensten Städte und Landschaftsräume mit Weinbauregionen, imposanten Gebirgen und der Atlantikküste.

Eine ausführlichere thematische Beschreibung der Exkursion finden Sie auf unserem Exkursions-Blog.

Nordspanien

Exkursion nach Nordspanien (Quelle: Johannes Glückler)

2018: Silicon Valley

Leitung: Johannes Glückler und Anna Mateja Punstein

Im Mai 2018 besuchte eine Gruppe Heidelberger Studierender das wohl am meisten diskutierte Tal der Welt: das kalifornische Silicon Valley. Die achttägige Exkursion „Silicon Valley, Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit: Hype und Realität“ fand in Kooperation mit Thomas Armbrüster, Professor für Wissensmanagement in Marburg, sowie Studierenden der Wirtschaftswissenschaften der Universität Marburg und der Universität Gießen statt.

Das Silicon Valley befindet sich südlich von San Francisco und erstreckt sich entlang der San Francisco Bay über etwa 100 km über Palo Alto, Mountain View, Cupertino und Santa Clara bis nach San José. Im Tal leben zwar nur etwa zwei Drittel der Bevölkerung im Vergleich zu Baden-Württemberg, jedoch erzielen die Unternehmen im Silicon Valley mehr als ein doppelt so hohes Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner. Technologie-Giganten wie Google, Facebook, Apple oder Oracle u.v.m. sind dort ansässig und fungieren als Motoren technologischer Innovationen und marktverändernder (oder auch: disruptiver) Geschäftsmodelle. Die Exkursion beschäftigte sich vor allem mit Fragen wie: Was macht die San Francisco Bay Area und insbesondere die dort ansässigen Unternehmen so besonders? Wie innovieren einerseits die Tech-Riesen und wie entwickeln sich kleine Start-Ups? Welche Rolle spielen Netzwerke und welche Konsequenzen ergeben sich für den lokalen Arbeitsmarkt und die Infrastruktur?

[weiterlesen..]

Karte des Silicon Valleys

Abbildung 1: Karte des Silicon Valleys
(Quelle: OpenStreetMap- Mitwirkende, Map-Box, Kartographie Jan Sennekamb)

Das Programm begann mit einem Besuch der Stanford University, welche als die Talentschmiede der Techindustrie gilt. Gründer verschiedenster Unternehmen begannen dort ihre Karriere und erwarben ihr Know-How, aber vor allem auch ihr Know-Who. Netzwerke und Kontakte, direkte Beziehungen zu Geldgebern, anderen Unternehmen, aber auch intermediären Organisationen sowie zur Universität machten das Silicon Valley in der Vergangenheit und auch noch heutzutage zu einem lokalen, unternehmensübergreifenden Inkubator. Professor Walter Powell, ein international angesehener Organisationsforscher der Stanford Graduate School of Business, referierte über die Wissenstransfers und Cluster in der Biotechnologiebranche Bostons im Vergleich zum Silicon Valley, die er über Jahrzehnte beforscht hat.

Experten großer Firmen wie Intel Inc., Oracle, SAP, Samsung und Mitgründer z.B. von LinkedIn und jüngeren Startups gaben Einblicke in den Arbeitsalltag und neue Trends im Silicon Valley. Maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz sowie deren Möglichkeiten und Grenzen sind die Zukunftsthemen, welche die zentralen Unternehmen, aber auch intermediäre Organisationen und NGOs (z.B. Openai) beschäftigen. Start-Ups, wie z.B. CosyMeal, eine Plattform für Kochkurse, diskutierten mit den Studierenden Strategien und Wege, wie sie ihre Unternehmen marktfähig machten. So auch UpWork, eine online-Plattform, die Selbständige an Kunden vermittelt. Das Unternehmen inmitten von San Francisco nutzt für sein Geschäftsmodell den zunehmenden lokalen Bedarf an Arbeitskräften im Silicon Valley und das entsprechende Überangebot an anderen Orten der Welt.

Google Campus

Abbildung 2: Google Campus
(Quelle: Johannes Glückler)

Weitere wichtige Akteure im Silicon Valley sind die Risikogeldgeber- ob Business Angels oder Venture Capital-Geber. Ein persönlicher Kontakt zwischen Geldgebern und Jungunternehmern gilt als entscheidend, wie Ram Srinivasan, Direktor des Auswahlkomitees des German Accelerator, das deutsche Start-Ups im Life Science und IT-Bereich fördert, betonte. Mit ihm diskutierte die Exkursionsgruppe die Unterschiede zwischen der deutschen und der kalifornischen Innovationskultur.

Apple Visitor Center

Abbildung 3: Apple Visitor Center
(Quelle: Johannes Glückler)

Jenseits des innovativen Ökosystems von Tech-Giganten, Gründern, Universitäten und Investoren ist die Region aber auch von großen infrastrukturellen und gesellschaftlichen Herausforderungen betroffen: Hohes Verkehrsaufkommen, lange Staus, ein schwaches Netz öffentlichen Nahverkehrs, steigende soziale Disparitäten in der Region und grassierende Armut in der Stadt San Francisco sowie exorbitante Land- und Immobilienpreise begleiten die Entwicklung der von vielen als aufregendstes Tal der Welt empfundenen Region.

Gruppenbild

Abbildung 4: Heidelberger Studierende am Strand der Half Moon Bay
(Quelle: Johannes Glückler)

2016: Chile

Prof. Dr. Johannes Glückler, Dr. Michael Handke, Cristian Albornoz und Robert Panitz im März 2016

Zwischen dem 07. und 19. März 2016 fand die Große Exkursion Chile mit 19 Studierenden unter der Leitung von Johannes Glückler, Michael Handke, Cristian Albornoz und Robert Panitz statt. Der Nord-Süd-Ausrichtung des längsten Landes der Welt folgend, verlief die Exkursionsroute der Heidelberger Geographen. Die Exkursion begann in der Hauptstadt Santiago de Chile führte über Rancagua, Constitución, Conceptión und Villarica an den südlichsten Punkt dieser Reise Puerto Montt. Über Temuco, San Antonio und Valparaiso führte der Weg wieder zurück zur Anfangs- und Endstation der Exkursion Santiago. Die Exkursion tangierte neben stadtgeographischen Themen wie Gated Communities, Pobladores oder die Latein-amerikanische Stadt, physisch geographische Elemente, welche mit Risiken für das tägliche Leben und die Ökonomie verbunden sind (Tsunamis, Vulkanausbrüchen oder Wasserknappheiten) vor allem wirtschaftsgeographische Problemstellungen der Regionalentwicklung, des Offshoring, der Ressourcenökonomie und der Governance.

Stadtgeographische Themen wurden vornehmlich in Santiago de Chile zusammen mit Prof. Dr. Johannes Rehner von der Universidad Católica diskutiert. Beginnend mit einem Blick auf eine Gated Community für mittlere Einkommensgruppen und einige staatlich subventionierte Wohnbauten in Quilín einem östlichen Stadtteil Santiagos, ging es in den neuen Central Business District Santiagos rund um das Costanera Center, dem höchsten Gebäude Lateinamerikas. Nach einem Blick auf das historische Zentrum dieser Metropole, dem Plaza de Armas, folgte ein Gespräch mit dem Bürgermeister von Ricoletta, einem ärmeren Stadtteile Santiagos. Die volle Dimension der neun Millionen Metropole Santiago wurde mit dem Blick vom Hügel Cerro San Cristobal deutlich.

Eine Teilnahme an der Absolventenverabschiedung der Masterstudierenden des Studiengangs Master of Governace of Risk and Resources am Heidelberg Centers Latein Amerika (HCLA) in Santiago eröffnete zudem Einblicke in das normale chilenische Studentenleben. Die Bedeutung natürlicher Ressourcen für die chilenische Wirtschaft wurde an zahlreichen Stellen der Exkursion sichtbar. Die große Bedeutung des Kupferabbaus vor allem für den chilenischen Export wurde bei einem Besuch in der größten Kupfermine der Welt „El Teniente“ bei Rancagua verdeutlicht. Auf über 2.000 Meter Höhe gelegen ist die Mine ein wichtiger nationaler und regionaler Wirtschaftsfaktor. Ausgerüstet mit Bergmannsausrüstung ging es unter Tage, um die einzelnen Abbau- und Verarbeitungsschritte nachzuvollziehen. Der anschließende Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes Sewel, einer aufgegebenen Arbeitersiedlung in direkter Nachbarschaft zur Mine aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts, bezeugt den in Kauf genommenen Aufwand, um einen reibungslosen Kupferabbau zu ermöglichen. Interessanterweise sind die Versuche einer Verringerung der Abhängigkeit vom Kupfer häufig durch die Förderung anderer ressourcenabhängiger Wirtschaftszweige geprägt. Der Aufbau einer exportorientierten Lachsindustrie rund um Puerto Montt, Wein- und Obstanbau an zahlriechen Standorten sowie die Holzwirtschaft stehen repräsentativ für diese Entwicklung.

Zu den Problemen einer stark ressourcenorientierten Wirtschaft, der Tendenz zur Ressourcenübernutzung und ungleichverteilter Wohlfahrtseffekte, kommen natürliche Risikofaktoren des Klimas (El Niño), der Geologie (Erdbeben, Vulkanausbrüche und Tsunamis) und der Biologie (z.B. das ISA-Virus in der Lachsindustrie) hinzu. Der Besuch der durch einen Tsunami zerstörten Stadt Constitución, das Erklimmen des Vulkans Villarica und Gespräche mit Vertretern der Lachsindustrie verdeutlichten diese Risiken. Gleichzeitig bezeugten die Existenz und das Fehlen von Anpassungsstrategien die Notwendigkeit passender Governance-Mechanismen und Institutionen um diesen Problemen und Risiken zu begegnen.

Gespräche mit der staatlichen Regionalentwicklungsagentur Corfo, der zentralen Wirtschafts- und Entwicklungseinheit der Vereinten Nationen für Lateinamerika CEPAL und mit Vertretern des Entrepreneurship-Programms Start-Up Chile eröffneten zudem Einblicke in staatliche Entwicklungsimpulse und die wirtschaftliche Dynamik Chiles. In Interviews mit Unternehmern konnten qualitative Eindrücke zur Innovativität und der Dynamik der chilenischen Wirtschaft gewonnen werden. Insgesamt bot die Exkursion einen kleinen Einblick in ein faszinierendes Land, welches sowohl landschaftlich als auch sozial wissenschaftlich abwechslungsreich, wie spannend ist.

2014: Polen

Prof. Dr. Johannes Glückler, Dipl.-Geogr. Robert Panitz im März 2014

Zwischen dem 17. und 29. März 2014 fand die „Große Exkursion Polen“ mit 16 Studierenden unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Glückler und Dipl.-Geogr. Robert Panitz statt. Die Exkursionsroute verlief in der ersten Woche von Nord nach Süd (Danzig, Warschau und Krakau) und in der zweiten Exkursionswoche von Ost nach West (Krakau, Kattowitz, Kolonowskie, Dobrozien und Breslau). Während der Exkursion wurde versucht, mittels von Expertengesprächen und Unternehmensbesichtigungen ein Gefühl für die Wirtschaftsgeographie Polens zu entwickeln. Die wirtschaftsgeographischen Aspekte lassen sich in die Themenbereiche der Ressourcenökonomie, Industrie, Dienstleistungen und Regulation einordnen. Darüber hinaus wurde das polnische Alltagsleben durch persönliche Erfahrungen erforscht. [weiterlesen..]

2012: Chile

Prof. Dr. Johannes Glückler, Dr. Michael Handke im März 2012

Seit das Geographische Institut der Uni Heidelberg am Heidelbergcenter für Lateinamerika in Santiago de Chile den berufsbegleitenden Masterstudiengang Governance of Risks and Resources anbietet, sind unsere Geographiestudenten immer häufiger im Land der 15 Klimazonen anzutreffen. Im März und April 2012 z.B. waren Herr Glückler und Herr Handke zur Lehre im neuen Master in Santiago angetreten. Dass sie jedoch auch noch von 18 Heidelberger Geographiestudenten begleitet wurden, hatte damit zu tun, dass diese sich für einer Großen Exkursion nach Chile angemeldet hatten, um Land und Leute und vor allem die Besonderheiten des wirtschaftlichen Lebens in Chiles kennen und verstehen zu lernen. [weiterlesen..]

2010: Kolumbien

Prof. Dr. Johannes Glückler, Dr. Michael Handke im Februar 2010

Im Februar 2010 reisten 18 Heidelberger Geographiestudenten zusammen mit Prof. Johannes Glückler und Dr. Michael Handke nach Kolumbien. Alexander von Humboldt hatte es ihnen im Jahr 1801 vorgemacht. Während jedoch von Humboldt vor allem die eindrucksvolle Natur und Topographie Kolumbiens erforschte und anschließend für die nach exotischen Berichten aus der Ferne durstenden Europäer in Büchern und Vorträgen medienwirksam in Szene setzte, standen auf dem zweiwöchigen Exkursionsprogramm der Heidelberger Geographen vor allem wirtschafts- und sozialgeographische Themen sowie Phänomene wirtschaftlicher Interaktion. [weiterlesen..]

Seitenbearbeiter: Webmaster-Team
Letzte Änderung: 10.10.2018
zum Seitenanfang/up